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Seit Jahren warten die Kinder und Lehrer der Diesterwegschule auf eine Sanierung.

Ginnheim

Diesterwegschule soll an die Schloßhecke ausgelagert werden

  • vonSabrina Butz
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Ortsbeirat 9 fordert erneut Umzug während der Sanierung. Der Grundschule fehlen Räume und Toiletten.

Seit mehr als zehn Jahren schon wartet die Diesterwegschule auf ihre Sanierung und einen Neubau – scheinbar findet sich aber einfach kein geeigneter Ort, an den die Ginnheimer Grundschule während des Umbaus ausgelagert werden kann. Auf dem bisherigen Gelände am Mühlgarten fehlen nicht nur massiv Räume und Toiletten, darüberhinaus ist auch noch die Turnhalle marode.

Nun hat sich der Ortsbeirat 9 mit dem Thema beschäftigt. Er forderte mit einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Grünen den Magistrat dazu auf, erneut eine Grünfläche an der Schloßhecke als Auslagerungsort prüfen zu lassen. Als diese Möglichkeit schon einmal Anfang 2019 diskutiert wurde, stieß sie im Stadtteil allerdings auf viel Unmut – denn an der Schloßhecke befindet sich auch ein Ponyhof. Und deren Betreiberin sorgte sich um den Lärm des Schulbetriebs, der die Ponys erschrecken könnte.

Dennoch ist in Sachen Schulumzug Handeln geboten. „Es ist sehr beengt“, sagt Solmaz Heidlindemann, die seit dem 14. August neue Rektorin der Schule ist. Um Schule und Betreuung mit pädagogischer Qualität anzubieten, brauche es ganz klar mehr Räume und eine Sanierung – gerade auch, weil die Zahl der Schulkinder immer weiter steige. „Da herrscht sehr viel Druck“, so Heidlindemann, besonders mit den Corona-Regelungen.

Nachdem eine Lehrerin positiv auf das Virus getestet worden war, wurden in der vergangenen Woche vorsichtshalber alle dritten Klassen vom Präsenzunterricht befreit. „Die Raumsituation macht uns wirklich extreme Probleme“, sagt die neue Rektorin. Die Schulgemeinde sei schon so lange mit der Sanierung vertröstet worden, dass das inzwischen niemand mehr richtig ernst nehme – „vielleicht finden wir aber mit neuem Wind eine unkonventionelle Lösung“.

Eine war einst die Auslagerung in die ehemalige Containeranlage der Franckeschule in Bockenheim, was aber wegen des weiten Schulwegs stark kritisiert wurde. Weil dort jedoch erstmal eine andere Schule einzieht, steht die Diesterwegschule wieder ohne Lösung da.

Da es keinen anderen realistischen Standort als die Schloßhecke gebe, müsse diese Möglichkeit nun erneut angegangen werden, sind sich Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) und die Fraktionsvorsitzende der SPD, Sylvia Kunze, einig.

Auch Rektorin Heidlindemann sagt, die Schloßhecke wäre eine gute Option: „Das ist fußläufig zu erreichen und ein verkehrsberuhigter Bereich.“ Natürlich gebe es für alles eine Pro- und Kontra-Abwägung, „aber nach zehn Jahren ist ein Punkt erreicht, da müssen wir doch mal in den sauren Apfel beißen“, so Heidlindemann.

Die BFF-Fraktion im Ortsbeirat hat den Antrag zur Schloßhecke abgelehnt und einen eigenen Vorschlag eingereicht: Demnach soll der Umbau der Schule ohne externe Auslagerung erfolgen, stattdessen mit lärmisolierten Containern auf dem Baugelände gearbeitet werden. Dieser Vorschlag wurde von allen anderen Parteien aber abgelehnt. Auch die Rektorin sagt: „Das wäre wahrscheinlich die schlechteste Situation.“ Sie sei aber grundsätzlich allen Vorschlägen gegenüber offen, es müsse nur einfach endlich losgehen.

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