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Blumen und Kerzen erinnern an den tödlichen Unfall.
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Blumen und Kerzen erinnern an den tödlichen Unfall.

Frankfurt

Kreuzung soll sicherer werden

  • Sabrina Butz
    vonSabrina Butz
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Ortsbeirat macht nach Tod eines Radfahrers an der Kreuzung Ginnheimer Hohl/Hügelstraße erste Vorschläge für Verbesserungen.

Nach dem schweren Verkehrsunfall an der Kreuzung Ginnheimer Hohl/Hügelstraße/Raimundstraße ist die Anteilnahme im Stadtteil groß: Noch immer stehen an der unübersichtlich wirkenden Kreuzung Blumen und Kerzen, die an den verstorbenen 73-jährigen Radfahrer erinnern. Am 9. Dezember wurde er von einem rechts abbiegenden Lastwagen angefahren und starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Der genaue Hergang wird noch von einer Unfallkommission geprüft. Bisher sieht es so aus, als habe der Radfahrer auf der Ginnheimer Hohl geradeaus in Richtung Raimundstraße fahren wollen. An der Kreuzung hielt er an der roten Ampel. Der Fahrer des Lastwagens neben ihm wollte rechts in die Hügelstraße einbiegen und fuhr los, als es grün wurde – der Radfahrer im toten Winkel wurde angefahren, der 55-jährige Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

Der Ortsbeirat 9 will die Kreuzung, an der sich vier verschiedene Straßen treffen, sicherer gestalten. Dazu wurde in der Sitzung am Donnerstagabend einstimmig ein BFF-Eilantrag beschlossen, der die Radwege rot färben will. Kurzfristig soll zudem eine Fahrradampel installiert werden, die für geradeaus fahrende Radfahrer:innen zeitlich früher auf Grün schaltet als für den rechts abbiegenden Verkehr. Mit einer solchen Maßnahme hätte der tödliche Unfall vermutlich verhindert werden können, heißt es im entsprechenden FDP-Antrag.

Langfristig soll zudem geprüft werden, ob ein Kreisverkehr die Sicherheit an der Kreuzung erhöhen könne. Ein interfraktioneller Antrag fordert den Magistrat auf, ein externes Fachinstitut damit zu beauftragen, das Erfahrung bei der Planung von Verkehrskreiseln habe. Schon mehrfach wurde die Einrichtung eines solchen Kreisverkehrs vom Ortsbeirat vorgeschlagen – der Magistrat lehnte aber ab, weil das an dieser Stelle nicht möglich sei.

Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) sagt, es sei wichtig, dass die Stadt „nun ernsthaft prüfe, was dort möglich ist“. Denn die Kreuzung sei schon lange als „äußerst unübersichtlich und folglich gefährlich“ bekannt.

Auch Matthes Müller, ein Arzt aus Ginnheim, der beim Radentscheid aktiv ist, hat sich Gedanken zur Kreuzung gemacht. Dass ein rechts abbiegender Lkw ein geradeaus fahrendes Fahrrad überfahre, sei leider ein typischer Unfall, der aber durch Änderungen in der Verkehrsführung verhindert werden könne.

Laut Müller ist ein „geschützter Kreisverkehr nach holländischem Vorbild“ für die Kreuzung am sinnvollsten: Weil Fahrräder und Autos getrennte Fahrspuren haben, sei das Übersehen fast unmöglich. Zudem gebe es keine Ampeln, und der Verkehr laufe flüssig. Müller hat dem Ortsbeirat entsprechende Entwürfe für die Kreuzung vorgelegt. Er sagt, der Kreisel fördere die langfristige Umgestaltung der Stadt zu mehr ökologischem Verkehr: „Radfahrer und Fußgänger bekommen Vorrang.“

Unübersichtliche Kreuzung: Hier starb im Dezember ein 73-jähriger Radfahrer.

Die vom Ortsbeirat beschlossenen Roteinfärbungen und die Radampel seien kurzfristig sinnvoll, langfristig aber nicht ausreichend, so Müller. Die bisherige autoorientierte Straßenführung sei „unzeitgemäß“ und gefährlich, da der Radverkehr aus mehreren Stadtteilen von dort aus in die Innenstadt geführt werde.

Müller findet es schade, dass der Ortsbeirat den Magistrat nur zur Prüfung auffordert und nicht direkt zur Umsetzung. Sogar die Mittel seien nämlich eigentlich schon da, Stadt und Land hätten die Kosten für fahrradgerechtere Umbauten ausreichend bewilligt.

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