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Die Senckenberg-Gesellschaft zieht um - und der Ginkobaum muss mit.
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Die Senckenberg-Gesellschaft zieht um - und der Ginkobaum muss mit.

Senckenberg-Gesellschaft

Ein Ginkgo geht auf Reisen

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Wenn ein Baum mit dem Lastwagen durch die Stadt fährt, dann hat Senckenberg die Hände im Spiel.

Alte Bäume soll man nicht verpflanzen, aber dieser Ginkgo ist noch jung – 30 Jahre etwa. Also macht er einfach den großangelegten Umzug mit, der die Forscher der Senckenberg-Gesellschaft zurzeit im Frankfurter Westen umtreibt: hin zum Kulturcampus, dem erhofften.

Ein schwerer Lastwagen mit Kran fährt am Donnerstag in aller Frühe in der Kuhwaldstraße vor, der bald ehemaligen Senckenberg-Filiale. Ein Biss, und der Baum hängt in der Luft. Aber ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht. „Die Gartenbaufirma hat das seit zwei Jahren vorbereitet“, sagt Landschaftsarchitekt Klaus Eicke, der die Umbauprojekte der Naturforscher begleitet. 2016 kamen die Gärtner und stachen dem Ginkgo die Wurzeln ab. Hart, aber notwendig, sagt Eicke. „Das verkraftet ein Baum wesentlich besser, als wenn man ihn einfach ausbuddeln würde.“ Nach dem Kappen der Wurzeln „denke“ sich die Pflanze: „O.k., da muss ich was tun“ und bilde neue Wurzeln im Ballen nahe unterm Stamm aus – die beste Voraussetzung fürs Weiterleben am neuen Standort.

Dorthin geht die Reise über die Theodor-Heuss-Allee an der Messe vorbei in die Senckenberganlage. Der Zeitpunkt passt, sagt Eicke, jetzt, bevor der Saft steigt. Ist aber der Boden nicht knochenhart gefroren bei der Kälte? „Macht der Maschine nichts aus.“

Ein Ginkgo inspirierte einst Goethe zum Dichten; noch heute steht derselbe Baum im Brentanopark. Warum lässt man den Kuhwald-Ginkgo nicht, wo er ist? Weil er wohl verloren wäre in kommenden Neubaugebieten, vermutet Senckenberg-Biologe Stefan Dressler. Vor allem aber: „Weil der Baum etwas Besonderes ist.“ Erstaunlich sei beispielsweise, dass er so kompakt blieb und nicht hoch wuchs wie ein normaler Ginkgo. Und dann ist da noch die sogenannte Tschi-tschi-Bildung: Auswüchse an den Stämmen, ebenfalls eine Besonderheit, sagt der Fachmann.

Schon einmal fuhr ein Senckenberg-Baum durch die Stadt: eine 900-Zentner-Eibe, im Jahr 1907, mit Dampfmaschine und Spezialgestell. Das war eine Sensation; der Baum ist heute noch im Palmengarten zu bewundern.

Dem jungen Ginkgo beschert der Umzug einen ziemlich alten Nachbarn: den Diplodocus vorm Senckenberg-Museum. Andererseits: Vorfahren des Dinosauriers und des Baums lebten in demselben Erdzeitalter, sie sollten also gut miteinander auskommen.

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