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Gezielte Raketen auf Personen

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So friedlich kann Wunderkerzen-Silvester sein.
So friedlich kann Wunderkerzen-Silvester sein. © Rolf Oeser

Keine Brennpunkte bei den Silvesterfeiern in Frankfurt

Von bürgerkriegsähnlichen Zuständen berichteten Einsatzkräfte in der Silvesternacht aus einigen deutschen Großstädten. Auch in Frankfurt wurde es laut und heftig. Die Silvesternacht sei aber keineswegs mit den Zerstörungen in Berlin zu vergleichen, darin sind sich Feuerwehr und Polizei auf Nachfrage einig. „Das war eine ganz andere Dimension“, sagt Björn Thies, Sprecher der Polizei.

„Es war wie vor Corona“, bestätigt auch Feuerwehrsprecher Florian Ritter, „aber zum Glück gab es keine besonderen Brennpunkte.“ Früher habe es beispielsweise in Preungesheim vermehrte Silvester-Einsätze gegeben, dieses Jahr seien sie über die ganze Stadt verteilt gewesen. Der größte Einsatz war dann auch der Brand im Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach, wo eine Tedi-Filiale durch Brandstiftung in Flammen aufging. 30 Einsatzkräfte waren über eine Stunde mit der Löscharbeit beschäftigt. Seitdem wurden zwei Tatverdächtige festgenommen und wieder entlassen.

Dennoch, berichtet Polizeisprecher Thies, seien auch in Frankfurt Feuerwerkskörper und Raketen gezielt auf Personen, Fahrzeuge und Geschäfte abgeschossen worden. Dabei wurde ein Polizeibeamter leicht verletzt. „Die grundsätzlich erkennbare Tendenz der zunehmenden Gewalt gegen Polizeibeamte, Feuerwehrleute und Rettungskräften spiegelt sich auch in den Ereignissen der Silvesternacht wider“, so Thies. Der Konsum von Alkohol und Drogen sowie das Greifen gruppendynamischer Prozesse lasse dabei die Hemmschwellen weiter fallen. Zumeist handelt es sich bei den Tätern um junge Männer mit Migrationshintergrund, aber nicht nur.

Um Einsatzkräfte künftig besser schützen zu können, hat die hessische Polizei das Tragen von Bodycams eingeführt und die Schutzausrüstung der Beamt:innen verbessert. Dies sei zwar notwendig, schränke die Polizei jedoch sowohl in ihrer Beweglichkeit bei Einsätzen als auch in ihrer Vertrauenswürdigkeit gegenüber Bürger:innen ein.

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