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Die rund 2000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter machten an der Hauptwache ordentlich Lärm.
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Die rund 2000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter machten an der Hauptwache ordentlich Lärm.

Demonstration

Gewerkschaften protestieren in Frankfurt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Am bundesweiten Aktionstag fordern die Gewerkschaften mehr Mitbestimmung, eine Tarifbindung und eine berufliche Perspektive.

Viele, die am Freitagnachmittag zur Hauptwache gekommen sind, tragen rot. Zu einem bundesweiten Aktionstag für eine „faire Transformation der Gesellschaft“ und einen „sozial-ökologischen Wandel“ hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Industriegewerkschaften IG Metall (IGM) sowie IG Bergbau, Chemie, Energie aufgerufen. Daneben hatte auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre Unterstützung angekündigt.

Auf den roten Westen, Mützen, Kappen und Fahnen sind die Logos der einzelnen Gewerkschaften zu sehen, mit denen die Demonstrierenden aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet angereist sind. Auf eine „vierstellige Zahl“ schätzen Polizist:innen am Rand der Kundgebung die Teilnehmenden, die sich bei mildem und sonnigem Wetter vor einer Bühne an der Katharinenkirche versammelt haben. Die Demonstrierenden halten selbst gemalte Transparente und Banner in die Luft. Auf denen stehen Aufschriften wie „Keine Zerschlagung von Opel“, „Tarifvertrag jetzt! Metallerinnen und Metaller aktiv für eine Tarifbindung bei Weisensee in Eichenzell!“ oder „Die Rechnung der Pandemie an die Kapitalisten“. Mit Trommeln, Rasseln, Gashupen und Tröten machen sie ordentlich Lärm.

M ichael Erhardt, Bevollmächtigter der IG-Metall, freut sich über die „schöne, bunte Mischung“ der Teilnehmenden und schätzt die Zahl auf „1500 bis 2000“. „Unsere Hauptsorge bei der Transformation ist die Sicherung der Beschäftigen“, sagt er. Durch die fortschreitende Digitalisierung und Dekarbonisierung, also die Abkehr von Kohlenstoff als Energieträger, würde „wesentlich weniger Arbeit“ nötig sein. „Dazu kommen die Krise durch die Pandemie und die Einbrüche in der Luftfahrt“, sagt Erhardt. Er fordere von der künftigen Bundesregierung einen „fairen und sozial-ökologischen Wandel“, der die Interessen der Beschäftigten berücksichtige.

S tefan Körzell, Vorstandsmitglied des DGB, sagt: „Hier wird deutlich, dass die Beschäftigten in der Transformation mitgenommen werden müssen“. Fortschritt und Innovationen würden durch die Mitarbeitenden vorangetrieben werden, die ein Anrecht auf Mitbestimmung und Tarifbindung hätten. Die Veränderungen würden alle Bereiche, egal ob Handwerk oder Dienstleistungssektor, betreffen. „Es ist ein wichtiges Signal, dass wir gemeinsam Flagge zeigen“.

Mehr Mitbestimmung in den Betrieben wird an diesem Nachmittag immer wieder gefordert. Dabei wird oft der er Autohersteller Opel genannt, der zuletzt wieder häufig in den Schlagzeilen war. „Opel lässt sich nicht zerschlagen“, ist auf einem Transparent zu lesen.

Mit viel Ärger im Gepäck ist der 22-jährige E lias Fischer nach Frankfurt gereist. Er steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Mechatroniker für Elektrofahrzeuge bei Opel. „Man kann sich auf den Arbeitgeber nicht mehr verlassen. Es wird gestrichen, was vorher verhandelt wurde“. Statt sauf die Chance nach einer „unbefristeten Übernahme“ bange er um seine berufliche Zukunft. Die Antwort auf den Fachkräftemangel müsse eine Zukunftsperspektive für die Beschäftigten sein, so Fischer.

Sie fordern unter anderem mehr Mitbestimmung.

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