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Das Weidenlabyrinth am Alten Flugplatz und die Familie, deren Geschichte es erzählt.

Vandalismus

Gewalt im Frankfurter Weidenlabyrinth

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Der bewegende Flüchtlingspfad am Alten Flugplatz wird immer wieder zerstört. Wer will, kann der Naturschule Hessen beim Instandhalten helfen.

Unbekannte haben das Weidenlabyrinth am Alten Flugplatz Kalbach/Bonames beschädigt – nicht zum ersten Mal. „Das Tor und andere Teile sind sicher schon zehn Mal demoliert worden“, sagt Stephanie König von der Naturschule Hessen, die das Labyrinth in jahrelanger Arbeit aus 1600 Weidenstecklingen aufgebaut hat. Erst Ende Juni war darin unter großer Anteilnahme ein Flüchtlingspfad eröffnet worden.

Eigentlich sollte er jeden Sonntag für Besucher begehbar sein. An diesem Sonntag war das sichtbar in Mitleidenschaft gezogene Eingangstor verschraubt und mit einer Holzlatte zusätzlich gesichert, der Zaun daneben halb niedergetrampelt. „Wer unbedingt hinein will, kann sowieso über den Zaun steigen – ich verstehe nicht, warum dann dauernd das Tor kaputtgemacht wird“, sagt König. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund vermutet sie nicht. „Das sind vermutlich Jugendliche mit Zerstörungslust.“

Bis Ende Oktober dauert die Saison, in der das Weidenlabyrinth mit 300 Metern Weglänge Besucher empfängt. Das will die Naturschule, auch wenn sie sich prinzipiell mit Abwanderungsgedanken trägt, aufrechterhalten. Nicht als Vergnügungsort, sondern als Stätte der Besinnung und des Respekts, besonders vor der Familie, deren Geschichte auf zwölf Stelen erzählt wird. Sie war aus Syrien geflüchtet und fand nach einer Zeit großen Leids in Frankfurt wieder zusammen.

Wer will, kann Pate für eine der zwölf Stelen werden. Das kostet 500 Euro im Jahr. Info und Kontakt: naturschule-hessen.de

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