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Bei Stadtteilkonferenzen wie in Höchst geht es um Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Gesundheitsamt

Gesundheitsamt Frankfurt: „Humanitäre Sprechstunde“ ist kostenlos und anonym

Das Gesundheitsamt Frankfurt ist stolz auf seine Vorreiterolle bei der „Humanitären Sprechstunde“, die Menschen ohne Krankenversicherung berät.

Das Wort Coronavirus hört René Gottschalk seit Ende Januar jeden Morgen spätestens um 8.30 Uhr. Dann nämlich beginnt im Frankfurter Gesundheitsamt, an dessen Spitze er seit elf Jahren steht, die tägliche Stabssitzung über die Ausbreitung des Krankheitserregers, der seit Wochen Schlagzeilen liefert.

Das Sachgebiet Infektiologie kümmert sich darüber hinaus aber auch um andere meldepflichtige Krankheiten wie Masern, Windpocken und Tuberkulose. Vor allem mit TBC habe man es immer wieder zu tun, vor allem bei Migranten aus Osteuropa, Ostafrika und dem indischen Subkontinent, sagt Sachgebietsleiter Udo Götsch: „Da haben wir pro Jahr 100 bis 130 Fälle, das entspricht etwa 2,5 Prozent der Fälle in ganz Deutschland.“ Im Bereich Hygiene hat man unter anderem medizinische Einrichtungen, Trinkwasser und Umwelt im Blick.

Doch die Behörde in der Breiten Gasse, in der rund 250 Mitarbeiter tätig sind, kann noch weitere Besonderheiten vorweisen. Etwa die Tatsache, dass sie als einziges Gesundheitsamt in Deutschland auch eine akademische Lehreinrichtung ist, in der Medizinstudenten der Goethe-Universität einen Teil ihres Praktischen Jahrs absolvieren können.

Gesundheitsmesse

Die „Gesund leben“-Messeist am 29. Februar und 1. März jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst. Der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt vier. Im Online-
Vorverkauf je einen Euro günstiger.

Auf der Messebieten einige Aussteller neben der persönlichen Beratung auch kostenfreie Gesundheitschecks an ihren Ständen an. Dazu zählen der klassische Blutdrucktest, die Messung des Langzeitzuckers ebenso wie ein Hörtest im Hörmobil, Körperanalyse und Beratung, Wellnesscheck-Fettmessung bis hin zum Ausprobieren von E-Bikes oder Detox-Getränken.
Neben 60 Expertenvorträgengibt es auch noch 16 Stunden Fitnessprogramm. Ein Sinnes-Parcours und eine Jobwand mit aktuellen Stellenangeboten aus der Gesundheitsbranche runden das vielseitige Messeprogramm ab. Das komplette Programm und Ausstellerverzeichnis ist im Internet unter www.gesundleben-messe.de abrufbar.

Veranstalter der „Gesund leben“ist die Frankfurter Messe & Event GmbH, ein Unternehmen der Mediengruppe Frankfurt. Sie veranstaltet bereits erfolgreich die regionalen Verbrauchermessen Kreativ Welt, die Velo Frankfurt und die Frankfurter Automobilausstellung. 

Eine Vorreiterrolle übernahm sie außerdem bei den „Humanitären Sprechstunden“ für Menschen ohne Krankenversicherung, die seit 2001 angeboten werden – kostenlos und anonym, auch für Migranten mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus. In den meisten anderen deutschen Städten laufe diese Versorgung über Sozialverbände und Vereine, sagt Petra Tiarks-Jungk, die für diese Sprechstunden zuständig ist: „Wir waren die Ersten in Deutschland, die das über das Gesundheitsamt organisiert haben.“

In Frankfurt wurde das Projekt von der afrikanischen Selbsthilfeorganisation Maisha angeschoben. Jährlich kommen rund 600 Menschen in die Sprechstunden. „Für viele sind wir seit Jahren der Hausarzt“, sagt Petra Tiarks-Jungk. Inzwischen arbeitet das Gesundheitsamt hier auch mit der Elisabeth-Straßenambulanz der Caritas und der Malteser-Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM) zusammen. Und kümmert sich darüber hinaus um eine kostenlose Beratung der Patienten, um ihnen Wege zurück ins Sozialsystem aufzuzeigen. Schließlich seien schwierige Lebensverhältnisse und gesundheitliche Probleme oft eng miteinander verknüpft, sagt Tiarks-Jungk.

Auch die Abteilungen Psychiatrie und Zahnmedizin gehören zu den Aufgaben des Gesundheitsamts. Zahnärzte besuchen Krabbelgruppen, Kindertages- und Behinderteneinrichtungen sowie Schulen und führen Vorsorgeuntersuchungen durch. Nicht zu vergessen die Kinder- und Jugendmedizin. „Mit 43 Mitarbeitern sind wir im Amt anzahltechnisch der größte Bereich“, sagt Abteilungsleiterin Maria Karathana. Sie ist unter anderem für die „Frühen Hilfen für Familien“ verantwortlich. Dabei besuchen Hebammen und Krankenschwestern frisch gebackene Eltern in schwierigen Verhältnissen, um beizustehen.

Dazu gibt es den „Jugendärztlichen Dienst“, der etwa für alle Einschulungsuntersuchungen verantwortlich ist. Wie ist es um Augen, Ohren, Sprache, Motorik und körperliche Entwicklung der angehenden Abc-Schützen bestellt? Brauchen sie spezielle Unterstützung? Eigentlich, so Karathana ein, wäre es sinnvoller, diese Untersuchung noch früher durchzuführen, etwa bei Vierjährigen: Dann könnte man die Kinder noch besser fördern. Sie betont: Beratungen erfolgen ohne finanzielle oder andere Hintergedanken – „wir sind nur für das Wohl der Bürger zuständig.“

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