+
Zollbeamte im Einsatz. (Symbolbild)

Kriminalität

Gestohlene Medizingeräte in Frankfurt entdeckt

Nach dem Diebstahl hochwertiger Geräte aus Krankenhäusern in Hannover und Bielefeld taucht das Diebesgut am Flughafen auf.

Knapp zwei Wochen nach dem Diebstahl hochwertiger Geräte aus Krankenhäusern in Hannover und Bielefeld hat der Zoll die Beute am Flughafen Frankfurt sichergestellt. In Paketen entdeckten Fahnder etwa 40 in Hannover gestohlene Endoskope im Wert von rund 1,2 Millionen Euro sowie weitere in Bielefeld gestohlene Geräte, wie das Landeskriminalamt am Freitag in Hannover mitteilte. Tatverdächtige konnten zunächst nicht ermittelt werden. 

Die Fahnder gehen von einer vernetzten Tätergruppe aus, die ihre Beute ins Ausland schaffen wollte. Deshalb hatte das LKA Behörden und Unternehmen informiert. Laut Bundeskriminalamt werden seit 2015 immer mehr hochwertige medizinische Geräte gestohlen. Mehr als 28 Millionen Euro Schaden seien so schon entstanden. 

Nach Erkenntnis der Landeskriminalämter und des BKA stecken hinter den Taten international agierende Banden. Sie seien meist auf Geräte aus der Inneren Medizin aus, insbesondere hochwertige Endoskope und Koloskope, die zur Darmspiegelung eingesetzt werden. Ältere Geräte ließen die Täter stehen. Die Apparate landen laut Polizei über Zwischenhändler wieder bei Anbietern in Deutschland und Europa, die sie dann weiterverkaufen. 

In Trier waren im vergangenen Jahr Männer verurteilt worden, die medizinische Geräte nach Südamerika gebracht hatten. Dorthin sollten auch die nun sichergestellten Geräte kommen, vermuten die Fahnder. 

Bei den Tätern handelt es sich laut Polizei um Gruppen, die arbeitsteilig vorgehen und zu denen teils auch schwangere Frauen gehören. Bevor sie einbrechen, kundschaften sie die Kliniken aus. Teils werden Notausgänge oder Türen manipuliert oder aufgebrochen, oft ist die Beute nicht gesichert. Beim Diebstahl der 40 Endoskope in Hannover waren die Täter wohl als Handwerker verkleidet. In Bielefeld-Brackwede schlugen die Täter nach Angaben der Polizei an einem Freitagabend gegen 20 Uhr zu. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare