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App zu Frankfurt in der NS-Zeit

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Von: Florian Leclerc

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Der „Geschichtsort Adlerwerke“ erinnert an das KZ, das es im Gallusviertel gab. Foto: Peter Jülich
Der „Geschichtsort Adlerwerke“ erinnert an das KZ, das es im Gallusviertel gab. Foto: Peter Jülich © Peter Jülich

Das Historische Museum stellt die Frankfurt-History-App vor, die mit Audio-Rundgängen über zahlreiche Orte und Personen in der NS-Zeit in Frankfurt informiert.

Über die Zeit des Nationalsozialismus in Frankfurt informiert nun eine App des Historischen Museums in Frankfurt. Wie Direktor Jan Gerchow am Donnerstagabend im Kulturausschuss ausführte, basiert die „Frankfurt-History-App“ auf Ausstellungen des Historischen Museums, des Jüdischen Museums und des Instituts für Stadtgeschichte zur NS-Zeit in Frankfurt.

P er GPS zeigt die für Nutzer:innen kostenlose App demnach mehr als 1000 Orte in der Stadt an und liefert dazu Hintergrundinformationen, Videoclips sowie historische Bilder und Karten. Die Nutzer:innen können bei kuratierten Audio-Rundgängen mitlaufen, die 30 bis 60 Minuten dauern.

Erweiterung der App um die Revolution von 1848/1849

Schon auf den ersten Blick sei zu erkennen, wie sehr sich der Nationalsozialismus in die Stadtgeschichte eingeschrieben habe, führte Gerchow aus. Auf der Karte würden Orte der Verfolgung, des Widerstands und der sogenannten Volksgemeinschaft unterschieden.

Stolpersteine und Denkmale seien ebenfalls in der App sichtbar. Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter:innen, Menschen mit Behinderung und queere Personen erzählten ihre Geschichten vom Widerstand.

Die Frankfurter Künstlerin Katharina Müller habe Gedenk-orte zeichnerisch gestaltet. Die App sei auf Deutsch und Englisch verfügbar. Zielgruppen seien unter anderem Schulklassen und Tourist:innen. Vermittler:innen, die ein eigenes Konto anlegten, könnten selbst Rundgänge gestalten.

Die App hat den Angaben zufolge etwa 300 000 Euro gekostet. Vorbild und technischer Partner sei die Berlin-History-App, welche im genossenschaftlichen Prinzip die Updates in den kommenden zehn Jahren übernehme.

Finanziert wurde die App laut Gerchow aus Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie vom Bundesfinanzministerium. Thematisch soll die App künftig erweitert werden: Im kommenden Jahr, zur 175-Jahr-Feier der Nationalversammlung in der Paulskirche, werde die App an die demokratische Revolution von 1848/49 erinnern.

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