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Geschenketipps zu Weihnachten: Traum von der Fahrradstadt

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Von: Florian Leclerc

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Radlers Traum. Frankfurter Ansichten. 218 Seiten. 19,80 Euro.
Radlers Traum. Frankfurter Ansichten. 218 Seiten. 19,80 Euro. © Frankfurter Ansichten

Matthias Arning erzählt eine Geschichte des Radverkehrs in Frankfurt.

Matthias Arning hat ein neues Buch geschrieben. „Radlers Traum“ heißt es. Und auch wenn es 218 Seiten hat, liest es sich geschwind auf einer Bahnfahrt von Frankfurt nach München. Das liegt gewiss an Arnings Stil. Kurze Sätze. Auf den Punkt. Und auch an den lebensfrohen Illustrationen von Anna Hofmann, die das Buch schmücken. Es ist eine schöne Welt, von der Arning erzählt; ein Paradies für Radfahrer und Radfahrerinnen. Ein solches Paradies könnte Frankfurt sein, hält er fest. Die Topografie sei ideal. Kurze Wege, nur manchmal etwas steil, etwa nach Bergen. Warum ist Frankfurt dann noch keine Fahrradstadt? Und wie kann sie eine werden? Wer das Buch liest, weiß Bescheid.

Der Autor wird vielen Leserinnen und Lesern ein Begriff sein. Er war Redakteur im Politikteil dieser Zeitung und leitete eine Zeitlang das Lokalressort, bevor Oberbürgermeisterin Petra Roth ihn als Referenten abwarb. Später war er Sprecher bei der ABG, und nun schreibt er Bücher.

Bau der autogerechten Stadt

Die Kapitel im Buch muss man dafür nicht hintereinander lesen. Wer mag, beschäftigt sich erst mit der Geschichte des Radfahrens in Frankfurt. Die kommt mitten im Buch zur Geltung. Die Radfahrgeschichte in der Stadt hat Heinrich Kleyer maßgeblich geprägt. Mit den Adlerwerken, seiner Fahrradfabrik. „Frankfurter Radler fahren Adler“ hieß es damals griffig. Arning vergisst nicht, die Abgründe der Adlerwerke zu erwähnen. Die Fabrik war während der NS-Zeit eines der brutalsten NS-Außenlager. Nun ist dort eine Gedenkstätte.

Als Ko-Autorin widmet sich Naomi Naegele der Emanzipation auf dem Rad. Etwa der Klamottenfrage, zu der die Gesellschaft eine deutliche Meinung hatte. Und sie schreibt über die Radfahrpionierin Ottilie Roederstein, der das Städel zuletzt eine Ausstellung widmete. Wer im Buch springt, landet dann vielleicht bei Michael, dem Schrauber, Elisa, der Kurierin und Bertram, der im Namen der Radfahrer:innen spricht. Diese Menschen hat Arning unter der Überschrift „Frankfurts Helden“ kurz porträtiert. Die Porträtierten dürften sich freuen.

Der Bau der autogerechten Stadt und die heutigen Rahmenbedingungen – Frankfurt als Pendlerhauptstadt – erwähnt Arning auch. Das Buch endet, wie es beginnt, mit einem Plädoyer. Für eine menschengerechte Stadt, in der der Radverkehr mehr Platz bekommt.

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