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Rüdiger Rurainsky gehört zum Vorstand des Kulturvereins Amselhof.

Niederursel

Gemeinschaft schaffen

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Auf den ersten Blick wirkt Niederursel ruhig, wenn nicht gar verschlafen. Der Schein jedoch trügt: Der Stadtteil wartet mit regem kulturellen Leben auf. Auch eine Neuauflage des erfolgreichen Musiksommers ist geplant.

Wer mit der U-Bahn nach Niederursel kommt, landet womöglich zunächst auf der falschen Fährte. Der Stadtteil wirkt ruhig, wenn nicht gar verschlafen. Ein Blick aber in das Innere des Ortes, hinter die Kulissen, offenbart ein vielschichtiges, kulturell blühendes Leben. Dass das so ist, liegt unter anderem am Kulturverein Amselhof, der Programm nicht nur für Niederurseler bietet.

„Von September bis Juni haben wir Veranstaltungen“, erzählt Rüdiger Rurainsky, der dem Vorstand des Vereins angehört. Der Filmclub ist eine davon. Immer am letzten Mittwoch des Monats ist das Café Mutz, Alt-Niederursel 27, nicht mehr bloß ein Restaurant sondern ein kleines Filmtheater mit Platz für 60 Cineasten. Gezeigt werden Streifen mit Anspruch. „Gut gemachte Komödien mit einer Botschaft“, sagt Rurainsky. Welche das sind, können Besucher beim Verein telefonisch erfragen unter 96 86 47 58. Werbung darf es aus lizenzrechtlichen Gründen nicht geben. Dafür ist aber auch der Eintritt kostenfrei, um eine Spende wird jedoch gebeten.

Denn über die finanziert sich der Kulturverein, den 2009 Hans Rakow gegründet hat. Rakow führte damals die mittlerweile geschlossene Buchhandlung Amselhof und organisierte nebenbei Lesungen. Um die finanziell tragen zu können, wurde der Verein ins Leben gerufen. Heute gehören ihm 32 Menschen an. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, dort wo sie leben, „auch eine Gemeinschaft zu schaffen durch Kultur“, sagt Rurainsky. Das kulturelle Angebot ist in Niederursel vielfältig. In der Gustav-Adolf-Kirche beispielsweise gibt es regelmäßig Konzerte von Jazz über Pop bis Klassik, auch in Kooperation mit dem Hof, einer Bildungseinrichtung im Stadtteil. Im Sommer gab es den ersten Niederurseler Musiksommer, eine Art Festival mit mehreren Konzerten über Wochen verteilt. „Davon soll es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben“, erzählt Rurainsky. Beliebt, so der 50-Jährige, seien auch die Autorenlesungen. Immer wieder lädt der Verein verschiedene hochkarätige und prämierte Literaten ein, die ihre Werke präsentieren und darüber mit dem Publikum in einen Austausch kommen.

Für jung gebliebene Erwachsene, so heißt es auf der Internetpräsenz des Vereins, gibt es auch Spieleabende, jeden zweiten Mittwoch im Monat im Café Mutz. „Dabei kommen alle Arten von Spielen auf den Tisch“, sagt Rurainsky. Meistens sind es sechs bis zwölf Leute, die zu diesen Abenden kommen und den Alltag für ein paar Stunden bei Skat und Brettspielen vor der Tür lassen.

Für Kinder soll es nach einer Unterbrechung bald wieder Angebote geben – Theateraufführungen und Plätzchenbacken zum Beispiel. Rüdiger Rurainsky ist sich jedenfalls sicher: „Die Veranstaltungen sind eine prima Chance, viele Leute kennen zu lernen.“

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