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Gemeinsam zur Verkehrswende in Frankfurt

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Von: Georg Leppert

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Stefan Majer (rechts) unterstützt Mike Josef.
Stefan Majer (rechts) unterstützt Mike Josef. © Monika Müller

Stefan Majer von den Grünen wirbt für SPD-Kandidat Mike Josef als Frankfurter Oberbürgermeister.

Sie machen es sich nicht leicht, die Frankfurter Grünen. Zumindest nicht in Sachen Wahlempfehlung. Die Grüne Jugend und die Fraktion im Römer sagen, Mike Josef (SPD) müsse die Wahl gewinnen. Der Parteivorstand gibt keine Empfehlung ab, wünscht sich aber eigentlich auch Josef. Auf Facebook gibt es daraufhin eine kurze, aber heftige Debatte zwischen der langjährigen Fraktionsvize Ursula auf der Heide und etwas vorlaut auftretenden jungen Grünen. Und am Dienstag bemüht Manuela Rottmann, die im ersten Wahlgang ausgeschiedene OB-Kandidatin der Grünen, den spätrömischen Gelehrten Severinus Boethius. „Si tacuisses, philosophus mansisses“, schreibt sie auf Twitter. Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben. Offenbar hätte sie lieber auf eine Empfehlung verzichtet.

Ein prominenter Frankfurter Grüner hat am Dienstag seine Entscheidung für Mike Josef öffentlich gemacht: Stefan Majer, noch bis Sommer Dezernent für Verkehr und Gesundheit. Wobei er beim Treffen mit Josef in einem Café in der Innenstadt betont, er rede jetzt „nur als Grüner“. Als Dezernent schicke sich eine solche Empfehlung nicht.

OB-Wahl in Frankfurt: Oeder Weg ist Thema

Gesprochen wird dann aber ausschließlich über Verkehrspolitik. In dieser Frage sei „der Mike“ absolut verlässlich, sagt Majer, und Josef gibt das Kompliment sogleich zurück. Jedenfalls habe Josef verstanden, dass ein neues Zeitalter begonnen habe. Jede:r Frankfurter:in einen Wagen, mit Parkplatz direkt vor der Haustür, Einkaufsstraßen mit Abstellmöglichkeiten für Autos direkt vor der Ladentür – das alles gehöre zumindest ein Stück weit der Vergangenheit an, sagt der Grüne.

Im Oeder Weg und dessen Seitenstraßen bekäme der Verkehrsdezernent nun wohl Widerspruch zu hören. Doch auch bei diesem Thema sieht sich Majer mit Josef auf einer Linie. Nach dem Umbau zu einer fahrradfreundlichen Straße gelte es eben, den beschlossenen Verkehrsversuch abzuwarten und auszuwerten, sagt er.

Josef spricht in der Causa Oeder Weg von Verlässlichkeit, die bei derart umstrittenen Fragen notwendig sei. Er sagt aber auch, dass man über einzelne Entscheidungen diskutieren könne, wenn sie sich als fragwürdig erwiesen. Aber, betont der OB-Kandidat der SPD, es gebe ja nicht nur die protestierenden Einzelhändler:innen – sondern auch 45 000 Menschen, die sich beim Radentscheid für die Interessen von Fahrradfahrer:innen starkgemacht hätten.

OB-Wahl in Frankfurt: „CDU vor Rollback“

Auf CDU-Kandidat Uwe Becker kommt das Gespräch zwischen Majer und Josef nur auf Nachfrage. Er habe auch mit Becker gut zusammengearbeitet, sagt Majer, der schon in der schwarz-grünen Ära für die Verkehrspolitik verantwortlich war. Doch die CDU betreibe derzeit eine Art Rollback. Entscheidungen für die Mobilitätswende, die die Partei vor ein paar Jahren mitgetragen hätten, würden von den Christdemokraten gerade wieder infrage gestellt.

Derweil antwortet Mike Josef auf die Frage nach Uwe Becker nur zögerlich. Er wolle eigentlich nur über sich reden. Aber dann erinnert er doch daran, dass Becker vor dem ersten Wahlgang angedeutet hatte, er könne als Oberbürgermeister den Grünen das Verkehrsdezernat wegnehmen und mit Annette Rinn von der FDP besetzen. Davon wolle Becker jetzt, wo es auf die Stimmen der Grünen ankomme, nichts mehr wissen. „Ich erkenne bei ihm keine Linie“, sagt Josef über den CDU-Mann. Und das gelte nicht nur in der Verkehrspolitik.

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