Klimasparbuch

Gemeinsam Energie sparen

  • schließen

Aktionen für Privatleute und Unternehmensnetzwerke in Frankfurt: Es werden Teilnehmer für das Klimasparbuch gesucht.

Paul Fay vom Frankfurter Energiereferat war kürzlich Studiogast bei „Alle Wetter“ im hessischen dritten Fernsehprogramm. Da stellte er das Klimasparbuch fürs nächste Jahr vor – und das städtische CO2-Konto, auf das alle einzahlen dürfen und sollen. Wer etwas Klimasparendes vorhat (generell mit dem E-Bike statt mit dem Auto zur Arbeit fahren beispielsweise), kann den Ertrag auf dieses Konto buchen. Im Fall des Elektroradelns wären das 416 Kilo CO2 für ein Jahr. 100 Tonnen, so Fay, würden Frankfurt und Rhein-Main auf diese Weise locker zusammensparen – und zwar bis zum 18. Dezember in der ersten Runde. Auf keinen Fall, antwortete Thomas Ranft, der „Alle Wetter“-Moderator. 50 Tonnen traute er den Klimafreunden zu.

Die Wette gilt. Wer also helfen will, den Wettermann zu widerlegen, kann bis zum nächsten Mittwoch seinen Beitrag per E-Mail an klimasparen@stadt-frankfurt.de bekanntgeben – und mit etwas Glück eine Jahreskarte für den Frankfurter Zoo gewinnen. Anregungen fürs Sparen gibt es unter www.frankfurt.de auf den Seiten des Energiereferats. Zwischen Fay und Ranft geht es übrigens um ein gemeinsames Klimafrühstück als Wetteinsatz.

Frankfurt: Fast acht Prozent weniger Kohlendioxid als zuvor

Um deutlich größere Zahlen dreht sich ein Projekt, das gerade seine nächste Runde begonnen hat. Zum dritten Mal schließen sich regionale Unternehmen zu einem sogenannten Energieeffizienz-Netzwerk zusammen. Ihr Ziel: Energieverbrauch senken, gemeinsam Treibhausgasausstoß verringern und Kosten sparen.

In der vorigen Runde brachte das Einsparungen, die dem Energieverbrauch von etwa 6000 Frankfurter Haushalten entsprachen und den CO2-Emissionen, die 1,1 Millionen Bäume binden. Fast acht Prozent weniger Kohlendioxid als zuvor stießen die neun Unternehmen aus.

Das sind Zahlen, die auch die Teilnehmer an der neuen Runde anspornen. Fünf von ihnen waren schon im Zeitraum 2015 bis 2019 dabei: Hassia, Infraserv, LSG Sky Chefs, Sirona und die Weyl-Chem GmbH, die jetzt Allessa Produktion heißt. Neu hinzu kommen Sanofi und Kuraray. Sie alle erhielten in dieser Woche feierlich im Römer ein Gütesiegel der Arbeitsgemeinschaft der Energieeffizienz-Netzwerke Deutschlands.

Frankfurt: „Energie ist ein großes Thema für uns“

„Energie ist ein großes Thema für uns“, sagte Jörg Schappel, Qualitätsmanager beim Chemieunternehmen Kuraray. „Unsere Hauptenergie kommt aus Dampf und Strom, wir haben schon viel unternommen, um den Bedarf zu reduzieren.“ Vom Netzwerk und den Erfahrungen der Partner erhofft er sich weitere Erkenntnisse.

So geht es auch Alexander Dietze von Infraserv aus Höchst: „Wenn man umstellt, ist das nicht einfach, sondern erst mal kostenintensiv. Aber die Energiewende ist ein wichtiges Ziel.“

„Sie machen eine ganz wertvolle Arbeit“, bescheinigte der international renommierte Energiewissenschaftler Eberhard Jochem. „Den Effekt werden wir nicht mehr erleben, sondern die Generationen nach 2200 – tausend Jahre bestimmen Sie mit!“

„Die Erkenntnis ist: Es muss schneller gehen“

Der ehrenamtliche Stadtrat Claus Möbius (Grüne) erinnerte an die aktuellen Pläne der sogenannten Frankfurter Klimaallianz, die Prozesse zum Nutzen der Umwelt zu beschleunigen. „Die Erkenntnis ist: Es muss schneller gehen“, sagte er. Das Ziel, die Stadt spätestens 2050 zu 100 Prozent klimaneutral zu versorgen, sei ohne Energieeffizienz nicht zu erreichen. Sein Rat an die Unternehmen: „Seien Sie mutig, haben Sie Vertrauen in Ihre Wirtschaftskraft und mehr Geduld.“

Das wäre mehr Firmen zu wünschen – eigentlich ist in einem Netzwerk Platz für 15 Teilnehmer, nicht nur für die angemeldeten sieben. „Eine Frage der Kultur, inwiefern man sich da engagieren will“, sagt Paul Fay vom Energiereferat. „Im Netzwerk ist man doppelt so effektiv wie allein.“ Wer noch zusteigen möchte, ist willkommen. Kontakt: Paul Fay, Telefon 212 391 99, oder Andreas Brühl, 959 320 50.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare