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Party gefährdet: „Clubs am Main“ kritisiert Tanzverbote, Gema-Erhöhungen und die städtische Förderungsvergabe.

Nachtleben

Bedingungen für Clubs immer schwieriger

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Der regionale Verein „Clubs am Main“ bemängelt immer schwierigere Rahmenbedingungen für Clubs und Konzertveranstalter. Das Clubsterben sei ein deutliches Indiz dafür. Darum will sich der Verein aktiv in den Kommunalwahlkampf einmischen.

Die Rahmenbedingungen seien für Clubs, Musikveranstalter und Livemusik-Spielstätten in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden. Das kritisiert „Clubs am Main“, das regionale Netzwerk für Veranstaltungs- und Clubkultur in Frankfurt/Rhein-Main. „Das Clubsterben ist eine nicht zu leugnende Realität in unserer Region geworden.“ Darum will sich der Verein aktiv in den Kommunalwahlkampf einmischen und kündigt eine Erstwählerkampagne an.

Dabei stellt er im Vorfeld Fragen an die politischen Parteien der vier kreisfreien Städte Südhessens. Es geht um Themenbereiche und Problemfelder, die Musikveranstalter beschäftigen. Die zehn Wahlprüfsteine werfen unter anderem Fragen zu den Tanzverboten, dem Immissionsschutz, den andauernden Gema- Tariferhöhungen oder der derzeitigen kulturpolitischen Förderungs- und Subventionspolitik auf. „Clubs am Main“ bringt dabei Forderungen vor, formuliert jedoch auch Lösungsvorschläge.

Hessen habe etwa die restriktivste Feiertagsgesetzgebung ganz Deutschlands. Der Verein fordert, dass auch hier endlich die überkommenen Tanzverbote aufgehoben werden. Er ist zudem der Ansicht, dass in Frankfurt zu wenig zur Förderung der Clubs und Livemusik-Spielstätten getan wird.

Dagegen finanziere die Stadt mit öffentlichem Geld Auftritte bekannter DJs und Bands in ohnehin kommunal geförderten Einrichtungen.

Erfolgreiche Club- und Livemusik-Veranstaltungen sollten besser sichtbar sein und wahrgenommen werden. In den vergangenen Jahren seien Plakatflächen im öffentlichen Raum jedoch fast komplett privat vergeben und zu Preisen vermarktet worden, die für kleine Kulturspielstätten und Clubs nicht tragbar seien.

Die Nachverdichtung in der Innenstadt durch die kommerzielle Immobilienverwertung sei für Clubs und Livemusik-Spielstätten oft existenzbedrohend. „Clubs am Main“ vertritt den Standpunkt, „dass es wichtig ist, dass Livemusik auch weiterhin in unseren Innenstädten einen Platz hat“. Dazu bedarf es eines kommunal verankerten Instrumentariums zum Schutz bestehender Clubs.

Der Verein schlägt einen sogenannten Nachtbürgermeister vor, der als Vermittler und Ansprechpartner für die Bedürfnisse der Club- und Veranstalterszene wirken könnte. Sie fordern außerdem ein zeitgemäßes Immissionsschutzrecht. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, die Bürger um 22 Uhr ins Bett zu schicken.“ Sie bemängeln darüber hinaus, dass es bei Musikveranstaltungen, Festivals und Clubs immer wieder zu überzogenen Personenkontrollen komme.

„Clubs am Main“ empfiehlt abschließend eine Ausweitung und Verdichtung des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt und Offenbach. Denn die Nachtbusse ergänzten mit Ende ihres Fahrplans um 3:30 Uhr an der Konstablerwache das ÖPNV-Angebot noch nicht ausreichend, da die meisten S-Bahn-Züge erst wieder ab etwa 5 Uhr verkehrten.

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