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Viele Angebote in Jugendhäusern mussten gestrichen werden. 

Geldmangel

Geldmangel: Frankfurter Jugendeinrichtungen in Not

Jugendring und Freie Träger fordern ein Ende der Unterfinanzierung. Als Protest demonstrieren sie zum „Tag der geschlossenen Tür“ mit den Jugendlichen am 27. Februar vor dem Römer.

Der Frankfurter Jugendring und die Freien Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit fordern ein Ende der Unterfinanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Dazu erstellten sie einen Katalog mit zehn Forderungen, den sie am Dienstag in den Räumen des Jugendrings vorgestellt haben.

Eine davon ist die Forderung nach der Umsetzung des Koalitionsvertrages. Darin steht, dass im Verlauf der Wahlperiode dafür gesorgt werde, dass sich die Tariferhöhungen in den Leistungen an die Träger wiederfänden. Das war im Mai 2016 und seitdem hat sich wenig getan. „Die Ausgaben für die Träger steigen stetig. Seit über drei Jahren warten wir auf eine Erhöhung der Zuschüsse“, sagte Christian Telschow, stellvertretender Vorsitzender des Frankfurter Jugendrings. Die Auswirkungen sind enorm: Die tarifgebundenen steigenden Personalkosten belaufen sich auf 1,96 Millionen Euro, dazu kommen steigende Mieten und Mietnebenkosten. „Die letzte Zuschusserhöhung war 2016. Sie diente jedoch dem rückwirkenden Ausgleich der Lohnkostensteigerungen der Jahre 2012 bis 2014“, sagte Thorsten Schulte, Geschäftsführer des Jugendrings.

Etwa 18 Millionen umfasst der Zuschussetat, wie die FR vor einem Jahr berichtete. Wobei die Summe nicht komplett an die freien Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit geht, sondern auch der Erziehungsberatung, Jugendhilfe und weiteren Angeboten von Trägern zugute kommt. Und 1,96 Millionen Euro mehr fordern die freien Träger, dem der Jugendhilfeausschuss im August 2018 auch schon zugestimmt hatte. „Doch im Haushalt ist die Summe nicht aufgeführt“, sagte Schulte. Weil eben fast zwei Millionen Euro fehlen, „müssen wir wichtige Angebote reduzieren oder ganz einstellen. Betroffen davon ist zum Beispiel der Mädchentreff“, sagte Wilkens. Auch die Öffnungszeiten wurden zurückgeschraubt. Zusätzlich fehlen mittlerweile 29 Vollzeitstellen.

Eine weitere Forderung ist, die im Frühjahr 2019 vom Jugendhilfeausschuss ausgesetzten Qualitätsstandards beizubehalten. „So lange die steigenden Kosten nicht komplett angepasst werden, können wir die Qualitätsstandards nicht erfüllen, obwohl wir sie natürlich erfüllen wollen“, sagte Wilkens. Die Vertreter des Jugendrings und der Freien Träger fordern außerdem zusätzliche Mittel für regelmäßige Renovierungsmaßnahmen, zusätzliche Mittel für die Ausstattung oder eine moderne digitale Infrastruktur in den Einrichtungen.

Als Protest gegen das Ausbleiben der Übernahme erfolgter Kostensteigerungen, findet am Donnerstag, 27. Februar, der zehnte „Tag der geschlossenen Tür“ statt, an dem die Demonstration „walk of youth“ zum Römerberg führen wird. Dann wollen Telschow, Wilkens und Schulte ihre zehn Forderungen verlesen, wenn sich gleichzeitig im Römer die Stadtverordneten zusammenfinden.

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