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Geldautomaten in Wohnhaus gesprengt

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Von: Holger Vonhof

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Explosion in Griesheim / Täter unerkannt mit Geld-Kassetten entkommen

Mehrere vermummte Männer haben gestern in den frühen Morgenstunden die Geldautomaten der Filiale der Frankfurter Sparkasse in der Alten Falterstraße in Griesheim gesprengt. Dabei entstand nach Auskunft der Polizei massiver Sachschaden. Kurz vor 4 Uhr waren zwei laute Explosionen zu hören. Danach seien drei oder vier Männer in einer dunklen Kombi-Limousine davongefahren, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die Männer konnten unerkannt entkommen. Es sind umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet worden – bislang allerdings ohne Erfolg. Den Tätern ist es gelungen, die in den Automaten befindlichen Bargeld-Kassetten zu erbeuten.

Die Höhe der gestohlenen Geldsumme war gestern noch nicht bekannt. Es liegen derzeit keine konkreten Hinweise auf die Täter vor.

Straße stundenlang gesperrt

Die Spezialist:innen der Tatortaufnahme der Polizei waren gestern bis in den Nachmittag vor Ort und untersuchten und sicherten akribisch alle vorhandenen Spuren. Die Filiale befindet sich in einem Wohnhaus an der Ecke Alte Falter-/Fabriciusstraße, das bei den Explosionen stark beschädigt wurde.

Alle Anwohner:innen hätten zunächst das Haus verlassen müssen, berichtete die Polizei noch am Morgen; verletzt worden sei bei den Sprengungen allerdings niemand. Die Alte Falterstraße war über Stunden von der Linkstraße bis zur Autogenstraße /Omegabrücke gesperrt, was sich auch auf den morgendlichen Berufsverkehr auswirkte. Ob die Täter über die Omegabrücke nach Norden weiter zur Mainzer Landstraße oder aber über die Stroofstraße zur B40 entkommen sind, ist ebenfalls bisher ungeklärt.

Im November erst war im Frankfurter Stadtteil Praunheim ein Geldautomat gesprengt worden, am Dienstagmorgen dieser Woche dann einer in einem gemeinsamen „Finanz-Punkt“ von Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse in Hofheim-Diedenbergen (Main-Taunus-Kreis).

Nach der Tat am Dienstag bauten die Kriminellen auf der Flucht einen Unfall auf der Schiersteiner Brücke in Höhe der Abfahrt Mombach, als ihr schwarzes Audi RS5-Coupé wohl wegen überhöhter Geschwindigkeit in eine seitliche Begrenzung krachte und dann die Mittelleitplanke herausriss. Die Täter konnten dann ohne Beute entkommen.

Die Sprengung in Griesheim ist damit die zweite im Rhein-Main-Gebiet in nur drei Tagen. Das wegen seiner Nähe zu den Niederlanden seit Jahren am meisten von Geldautomaten-Sprengungen betroffene Bundesland ist Nordrhein-Westfalen. Die Ermittlungen einer Sonderkommission des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts haben ergeben, dass die Täter:innen überwiegend aus kriminellen Gruppen um Utrecht, Rotterdam und Amsterdam stammen. Die Gesamtbeute liegt im Bereich von mehreren Millionen Euro.

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