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Geldautomaten: Frankfurter Sparkasse investiert in Sicherheit

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Von: Christoph Manus

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Absperrungen sichern den Tatort: Der Geldautomat in der Filiale der Frankfurter Sparkasse in Alt-Praunheim wurde im November gesprengt.
Absperrungen sichern den Tatort: Der Geldautomat in der Filiale der Frankfurter Sparkasse in Alt-Praunheim wurde im November gesprengt. © Renate Hoyer

Die Frankfurter Sparkasse fordert einen gemeinsamen Kurs gegen die Sprengung von Geldautomaten. Bei einer Pressekonferenz kündigt sie zudem eine neue Filiale am Roßmarkt an.

Die Frankfurter Sparkasse lässt seit Januar 28 Standorte von Geldautomaten rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst überwachen. Das hat Vorstandschef Ingo Wiedemeier am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz für das vergangene Jahr auf Fragen hin berichtet. Die Überwachung werde andauern, „bis Ruhe einkehrt“, sagte er.

Die nach Bilanzsumme fünfgrößte deutsche Sparkasse ist innerhalb nur weniger Monate dreimal Opfer von Geldautomatensprengungen geworden. Im November jagten zwei Maskierte zwei Geldautomaten im Vorraum einer Filiale in Praunheim in die Luft, Anfang Januar sprengten mehrere Vermummte einen Geldautomaten in einem Griesheimer Wohnhaus, Anfang März schlug eine Bande in Nieder-Eschbach zu. Und die Serie von Sprengungen in Frankfurt und Region reißt nicht ab. In der Nacht zum Donnerstag wurde eine Filiale der Deutschen Bank in Kronberg verwüstet.

Frankfurter Sparkassen-Chef will gesetzliche Regelung für Geldautomaten-Schutz

Angesichts des immer rücksichtsloseren Vorgehens der Banden hält Wiedemeier eine gesetzliche Regelung für mehr Schutz vor Sprengungen für nötig. Alle Geldautomaten in Deutschland müssten so ausgestattet sein, dass die Scheine bei einer Explosion unbrauchbar werden, sagte er. Die Sparkasse sei bereit, für solche und andere Sicherheitsmaßnahmen einen Millionenbetrag in die Hand zu nehmen.

Unabhängig von diesen Sicherheitsproblemen hat die Sparkasse im Jahr 2021 begonnen, ihr Filialnetz stark zu reduzieren. Von damals 61 Zweigstellen sind nun noch 47 geöffnet. Die Zahl soll auf 42 sinken. Auch dann habe die Sparkasse aber noch das mit Abstand dichteste Filialnetz in Frankfurt, sagte Wiedemeier.

Die Geschäftsbilanz

Der Jahresüberschuss der Frankfurter Sparkasse für 2022 fällt mit neun Millionen Euro nur halb so hoch aus wie im Vorjahr. Das hat zum größten Teil mit einer gesunkenen Bewertung eigener Wertpapierbestände zu tun.

Operativ lief es für das Institut gut. Das Ergebnis vor Bewertung liegt 18,3 Millionen Euro über dem von 2021. Der Zinsüberschuss stieg um 10,6 auf 235,5 Millionen, der Provisionsüberschuss um 1,5 auf 102,5 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand betrug 257,8 Millionen Euro (+6,8 Mio). cm

Große Veränderungen gibt es in der Innenstadt. Ende des Jahres will die Sparkasse in zuletzt vom Schuhhändler Görtz genutzten Räumen am Roßmarkt eine neue Filiale eröffnen. Dafür soll die Zweigstelle an der Konstablerwache bis Jahresende schließen. Dort werde es aber noch Automaten geben, hieß es. Die Sparkasse macht zudem die Filiale an der Hauptwache dicht.

Zinswende belastet Ergebnis der Frankfurter Sparkasse

Mit dem Geschäftsergebnis für 2022 zeigte sich Wiedemeier angesichts gleich mehrerer Krisen „unter dem Strich“ zufrieden. Der Sparkasse, die vergangenes Jahr ihr 200-jähriges Bestehen feierte, sei es gelungen, ihren Wachstumskurs fortzusetzen. Der Vorstandschef wies etwa auf den um 4,7 Prozent gestiegenen Zinsüberschuss und den um 1,5 Prozent gestiegenen Provisionsüberschuss hin.

Das deutlich gesunkene Ergebnis vor Steuern und den deutlich gesunkenen Jahresüberschuss von nur noch neun Millionen Euro erklärte der Vorstandschef mit dem „extrem schnellen und hohen“ Zinsanstieg. Die Zinswende sei grundsätzlich gut für die Anleger:innen und die Sparkasse. Kurzfristig sei sie aber auch eine Herausforderung. So habe die Sparkasse Buchwertkorrekturen auf die eigenen Wertpapierbestände vornehmen müssen. Bei diesem Minus handele es sich aber nur um einen Sondereffekt „temporärer Natur“, hieß es. Schließlich halte die Frankfurter Sparkasse die betroffenen festverzinslichen Papiere in aller Regel bis zur Endfälligkeit.

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