+
Michael Schneider ist Organist der Marienkirche in Seckbach.

Seckbach

Geld für die Königin der Instrumente

  • schließen

Die evangelische Mariengemeinde in Seckbach braucht 40 000 Euro für Sanierung ihrer hochwertigen Orgel. Das Geld soll durch zahlreiche Aktionen zusammenkommen. Geplant sind Patenschaften, Konzerte und Führungen für die ganze Familie.

Da könnte auch für Externe etwas dabei sein: Mit ausgefallene Aktionen möchte die evangelische Mariengemeinde Spenden für die längst überfällige Sanierung ihrer hochwertigen Orgel sammeln. Schon im August soll es losgehen.

Die „Königin der Instrumente“ tut seit 40 Jahren in der Seckbacher Barockkirche ihren Dienst. Eine Grundreinigung und Neuintonierung der 1396 Orgelpfeifen aus Holz und Eisen ist dringend nötig, aber sehr kostspielig: 40 000 Euro muss die Gemeinde dafür zusammentragen. Nur ein Teil kann über Fördergelder – etwa durch den Bauetat der evangelischen Kirche Hessen-Nassau, das Dekanat der Stadt oder externe Stiftungen – finanziert werden.

Um Pfarrerin Ute Pietsch hat sich ein Team von rund einem Dutzend Seckbacher zusammengefunden, die sich das Projekt „Fundraising-Kampagne“ auf die Fahne geschrieben haben. Bei einem ersten Brainstorming sind viele Ideen zusammen gekommen, wie Musikbegeisterte, Technikinteressierte und Ausflugslustige angesprochen werden können. Eine Handvoll bedürfen vergleichsweise wenig Aufwand – deshalb geht es schon kommenden Monat los.

Um die Gemeinde zu informieren, hat der Gemeindebrief für August und September die Orgel zum Thema: Die Zeitungsandacht beschäftigt sich mit der Bedeutung der Orgel für den Gottesdienst. Ein Artikel hat die Funktionsweise des Instruments im Blick, ein weiterer beschäftigt sich historisch damit: „Wie kam die Orgel in die Kirchen?“

„Auch beim Gemeindefest am 25. August dreht sich alles um die Musik“, sagt Ute Pietsch. Posaunen-Spieler, Trommler und Chöre haben sich zusammengetan und werden „für die Orgel musizieren“. Außerdem bekommen Kinder gruppenweise von Organist Michael Schneider das Instrument erklärt. „Nach einer kleinen Einweisung dürfen sie dann auch mal spielen.“ Die Kollekte geht an die Katastrophen-Hilfe, der Erlös von Speisen und Getränken kommt der Orgel zu Gute.

Takte stehen zum Verkauf

Am 15. September um 17 Uhr treten dann der Chor „Mary’s Gospel Singers“ und „Father’s Jazz Band“ in der Kirche auf. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Mehr Konzerte dieser Art sind in Planung. Bei der Gemeindeversammlung am 22. September um 11.30 Uhr steht ebenfalls im Zentrum: Die Orgel. Dort soll für zwei Aktionen geworben werden. Einzelne Takte eines besonderen Orgelstücks stehen zum Verkauf, so dass „Takt für Takt“ ein Konzert entsteht. Ab dann können auch Orgelpatenschaften erworben werden. „Die Patenschaft für eine Pfeife kann ein schönes Geschenk sein“, findet die Pfarrerin. Ersteigert werden kann auch eine exklusive Orgelführung für drei Personen – mit Schnupperstunde und Privatkonzert bei einem Glas Sekt. Am Adventsmarkt soll es dann einen eigenen Infostand für die Orgel geben.

„Die Orgelbaufirmen haben gut zu tun“, hat Pietsch bereits Anfang des Jahres in Erfahrung gebracht. „Es wird frühestens Ende 2020, eher 2021 so weit sein.“ Bis dahin sei also Zeit. Die Liste der kreativen Ideen ist lang: Spenderkonzert und Sponsorenlauf, Radtour zu anderen Orgeln, ein musikwissenschaftlicher Vortrag und Themenkonzerte. „Wichtige Kriterien sind für uns: Es muss Spaß machen und an Gemeindetätigkeiten andocken. Diese dürfen nicht in den Hintergrund geraten“, stellt die Pfarrerin klar.

Wenn das geplante Spendenbarometer installiert ist, wird man sehen: 6500 Euro sind es schon. „Eine Seckbacher Männerkochgruppe hat bei einer Veranstaltung gekocht und uns den Erlös überlassen, so was freut uns natürlich ganz besonders“, sagt die Pfarrerin.

Spenden können auf das Konto der evangelischen Mariengemeinde überwiesen werden: DE 69 5005 0201 0000 4054 26. Betreff: Orgel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare