Park und Villa sind im Stadtteil beliebt.
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Park und Villa sind im Stadtteil beliebt.

Frankfurt-Sindlingen

Wie geht es mit Villa Meister weiter?

In Sindlingen laufen Gespräche zur Zukunft der Villa Meister auf Hochtouren. Der Park soll offen bleiben. Johannes Rinnert, Leiter der Rehabilitationsklinik in der Villa Meister, fände es gut, wenn die Stadt das Anwesen kauft.

Von Ferdinand Sander

Die Zukunft der Villa Meister ist offen. Denn bau- und planungsrechtlich habe man es mit einer „komplexen Lage“ zu tun, sagt Mark Gellert, Referent von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Im vergangenen Jahr ist bekannt geworden, dass die Erbengemeinschaft von Herbert von Meister, der das Anwesen bauen ließ, die Villa verkaufen möchte.

Die Frage lautet nun: Wer übernimmt das Anwesen? Von Meister war Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem Mitbegründer der späteren Hoechst AG. Darum ist die Villa für den Stadtverordneten Sieghard Pawlik (SPD) nicht nur ein pittoreskes Kleinod, sondern auch ein Zeugnis „unserer Industriekultur“, das über die Grenzen Hessens hinaus Bedeutung habe. Pawlik hat deswegen im vorigen Jahr beantragt, dass die Stadt den Kauf der Villa und ihres Parks prüfen solle.

Johann W. von Mallinckrodt und Robert von Bennigsen, Vertreter der Erbengemeinschaft, teilen mit, dass man mit einer „angesehenen Frankfurter Immobilienfirma“ verhandele. Ferner stehe man mit der Stadt in „engem Austausch“. Man wolle mit dem Käufer dafür sorgen, dass neue Mietwohnungen auf dem Anwesen entstehen. Mit Bauarbeiten sei vor Mitte 2017 aber nicht zu rechnen. Sobald die Entscheidung stehe, solle es eine Info-Veranstaltung für alle Sindlinger geben.

Das Planungsdezernat würde es begrüßen, wenn das Areal weiter genutzt werden könne, wie bisher, sagt Mark Gellert. Eine Rehabilitationsklinik ist derzeit Mieter des Gebäudes, der Sindlinger Reitverein nutzt Flächen auf dem Grundstück. Wegen seiner Größe, müsse man aber alles „im Detail prüfen“, sagt Gellert weiter. Womöglich könnten auf dem Gelände oder in der Umgebung Wohnungen gebaut werden, wie es in einer Stellungnahme des Magistrats heißt. Dann käme auch die „Nutzung durch eine stadteigene Gesellschaft“ in Frage. Der „Charakter des Parks“ solle aber erhalten bleiben. Denkmal- und Landschaftsschutz müssen beachtet werden. Die Zugänglichkeit des Parks sei überdies „gesichert“, weil sie testamentarisch verfügt sei, heißt es weiter.

Frank Junker von der ABG Holding ist an den Gesprächen mit der Erbengemeinschaft beteiligt. Er sagt, dass es noch zu früh sei, um Konkretes zur Zukunft des Grundstücks zu sagen. Die Gespräche fänden bisher nur auf „Sondierungsebene“ statt. Bisher sei noch offen, was auf dem Anwesen realisierbar ist. Man könne dort nicht „auf einer grünen Wiese“ bauen, sondern müsse das bestehende Quartier „behutsam entwickeln“, sagt Junker.

Johannes Rinnert, Leiter der Rehabilitationsklinik in der Villa Meister, fände es gut, wenn die Stadt das Anwesen kauft. Dann könne womöglich alles so weiterlaufen. „Wir möchten hierbleiben“, sagt Rinnert. Der große Park sei unverzichtbar, weil Gartenarbeit zur Therapie der Drogenabhängigen gehöre. Dass Teile des Geländes oder seiner Umgebung bebaut werden könnten, sieht Rinnert deswegen kritisch. Er fürchtet, dass der Klinik oder dem Reitverein Flächen verlorengehen.

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Auch Desiree Appadurai vom Reiterverein sagt: „Wir hängen an dieser Anlage.“ Sie solle unbedingt zugänglich bleiben. Viele Kinder und Jugendliche kämen, um auf den Schulpferden zu reiten. Die Frage sei, was Bau- und Denkmalamt sagten. Davon hänge ab, was man mit dem Grundstück machen kann. Man stehe in Kontakt mit der Erbengemeinschaft, sagt Appadurai. Sie sieht gelassen in die Zukunft. „Es gibt keinen Grund zur Panik.“

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