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Sven Junglas hat gut lächeln - er beschäftigt bereits 15 Mitarbeiter.

Gründerpreis Frankfurt

Gefühlt ist es erst der Anfang

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Mit der Produktion von Imagefilmen startete Sven Junglas vor einem Jahr seine Unternehmer-Laufbahn. Inzwischen hat er schon die zweite Firma gegründet.

Um neun Uhr morgens ist Sven Junglas der Erste im Büro. Erst nach und nach trudeln die Angestellten des Unternehmers ein und füllen das überdimensionale Großraumbüro mit Leben. Ein Schäferhund macht neugierig die Runde und legt sich dann faul auf den Boden. Beim Start-up Mein Unternehmensfilm beginnt der Tag entspannt.

Doch eineinhalb Jahre nach der Gründung des Unternehmens für Imagefilme ist die Liste der Kundenanfragen lang. Illustratoren, Drehbuchschreiber, Sounddesigner und Produktmanager sitzen an den Plätzen im großzügigen Büroraum. Der einstige Einmannbetrieb, den Junglas mit einem Startkapital von 300 Euro aufgebaut hat, hat sich zu einer GmbH mit 15 Mitarbeitern und rund 25 Freelancern entwickelt.

Preisträger mit 24

Das Potenzial des Start-ups erkannte die Jury des Frankfurter Gründerpreises bereits wenige Monate nach der Gründung. Mit seiner Firma wurde der heute 24-jährige Junglas Erstplatzierter im Frankfurter Gründerpreis-Wettbewerb 2014. Durch faire Preise und unternehmerisches Denken habe der Frankfurter überzeugt, wie die Leiterin der Existenzgründerprojekte, Doris Brelowski, rückwirkend berichtet.

„Der Frankfurter Gründerpreis war eine zusätzliche Bestätigung. An unserem unternehmerischen Kurs hat sich dadurch nichts geändert“, sagt Junglas. Neu sei für das Unternehmen der Umgang mit Journalisten gewesen.

Trickfilm-Elemente

Auch das Online-Marketing von Mein Unternehmensfilm habe durch die vielen Verlinkungen in sozialen Netzwerken profitiert. Neue Aufträge seien dadurch jedoch nicht entstanden, schätzt der Unternehmer. Viele Kunden von Junglas und den Schunke-Brüdern seien mit der Zeit zu Stammkunden geworden, wobei die meisten Filme, die in Serie produziert würden, Erklärfilme für die interne Kommunikation der Firmen seien, wie Attila Schunke berichtet. „Wenn sie sehen, dass es gut läuft, wollen viele Firmen noch mehr Videos haben.“

Zur Bandbreite der Produkte zählen auch Imagefilme und Werbeclips im Zeichentrickstil oder Filmsequenzen mit Menschen, die auf Wunsch von bekannten Synchronstimmen aus Kino- und Fernsehfilmen aufgesprochen werden. Neben namhaften Kunden wie die Deutsche Bahn, das berufliche Netzwerk Xing und verschiedene Banken, bestellen auch kleine Unternehmen und Start-ups Imagefilme bei Junglas.

Noch viele Pläne

Mit der bisherigen Entwicklung des Unternehmens ist der Student schon recht zufrieden – genügsam möchte er sich jedoch nicht geben. „Wir haben noch viele Pläne. Das alles ist gefühlt erst der Anfang“, sagt Junglas. „Wir denken, da ist noch superviel drin.“ Auf der Wunschliste für die Unternehmenszukunft stehen weitere Untermarken sowie Angebote zur Nachbetreuung von Kunden, die Filme bestellt haben.

Schwer sei am Anfang das Organisatorische gewesen, erinnert sich Junglas. „Das unterschätzt man beim ersten Mal.“ Dass es beim zweiten Mal einfacher geht, bewies Junglas jüngst mit seiner zweiten Firmengründung, dem Unternehmen Schlemmerheld, einer Firma für Feinkostprodukte im Abonnement. „Wenn man weiß, wie es geht, klappt es auch, mit einer eigentlich absurden Idee zu pitchen“, sagt er selbstironisch. Das Studium des Jungunternehmers pausiert derzeit. „Vielleicht habe ich später mal Zeit dafür“, sagt er. Zunächst hätte sein Startup Mein Unternehmensfilm Vorrag in seiner Planung.

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