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Geflüchtete aus Ukraine: Andrang an den Frankfurter Schulen

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Von: Sandra Busch

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Mehr als 1100 Kinder aus der Ukraine besuchen zurzeit eine Intensivklasse in Frankfurt.
Mehr als 1100 Kinder aus der Ukraine besuchen zurzeit eine Intensivklasse in Frankfurt. © dpa

Frankfurt muss weitere Intensivklassen für geflüchtete Schülerinnen und Schüler einrichten. Die Kitas sollen überbelegt werden.

Derzeit besuchen 1578 Kinder eine Intensivklasse in Frankfurt. Das sind Klassen mit Deutschförderung, in denen zugewanderte Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.

Rund 72 Prozent der Kinder kommen aus der Ukraine. Sie verteilen sich auf 82 Klassen in allgemeinbildenden und 15 in beruflichen Schulen. Das sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Montagabend im Ausschuss für Bildung. „Und die Menschen kommen nach wie vor“, sagte Weber. Das Staatliche Schulamt werde daher weitere Klassen einrichten.

Das Aufnahme- und Beratungszentrum (ABZ) verteilt die Schülerinnen und Schüler auf die Schulen. Meistens auf Intensivklassen, „einige wenige können auch schon gleich in die Regelklasse gehen, weil sie mit gewissen Deutschkenntnissen kommen“, sagte Weber. Derzeit lägen im ABZ noch 210 Anfragen zur Schulaufnahme vor, die noch nicht bearbeitet seien. „Da ist ein Rückstand entstanden, und täglich kommen etwa 30 hinzu.“

13 Alphabetisierungskurse gibt es in Frankfurt momentan für Schülerinnen und Schüler. Dort wird Lesen und Schreiben sowie die lateinische Schrift gelehrt. Der Anteil an Kindern aus der Ukraine sei in diesen Kursen aber eher gering, sagte Weber. Nur elf Kinder aus der Ukraine besuchten derzeit einen Alphabetisierungskurs. „Es gibt da praktisch keinen Bedarf“, so die Dezernentin.

Auch in den Kitas werden geflüchtete Kinder aufgenommen. „Wir haben vom Sozialministerium nun die Erlaubnis bekommen, Kitagruppen über die Betriebserlaubnis hinaus zu belegen“, sagte Weber. Ein bis zwei Kinder könnten so pro Kitagruppe kurzfristig und unbürokratisch zusätzlich aufgenommen werden. Zudem werde die Anmeldeplattform Kindernet derzeit in die ukrainische Sprache übersetzt. „Damit es den Eltern leichter gemacht wird, sich über das Kindernet anzumelden.“

In Zusammenarbeit mit den Trägern sollen auch Eltern-Kind-Angebote geschaffen werden. „Wir haben festgestellt, dass es in der Ukraine nicht so üblich ist, Kinder unter drei Jahren in eine Einrichtung zu geben“, sagte Weber. Für viele Familien sei auch die Frage, ob sie nach der anstrengenden Flucht ihre Kinder weggeben wollten.

„Durch die Angebote können die Eltern Kontakt aufnehmen und wir können beraten.“ Auch sollen Flyer mit Informationen zu den Angeboten in den Unterkünften verteilt werden.

Die derzeit noch geltende Pandemieregelung, in Krisenzeiten auch mit Nichtfachkräften zu arbeiten, sei bis Ende 2023 verlängert worden, sagte Weber. „Das hilft uns unheimlich.“ Aufgrund der geflüchteten Kinder sei der Bedarf an Aushilfskräften in den Einrichtungen groß.

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