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Solche Situationen will die Initiative in Zukunft nicht mehr sehen.

Westend

Gefährlicher Schulweg

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Eine Elterninitiative fordert vom Magistrat, dass er für Sicherheit am neuen Schulcampus sorgt.

An der Ecke Miquel-/Hansaallee, nördlich des Unicampus‘ Westend, kennen Verkehrsteilnehmer bislang vor allem folgende Herausforderungen: schlendernde Studierende, radelnde Angestellte und hupende Autos. Fünf Spuren gibt es dort für Autos, teilweise ist der Radstreifen zweispurig. Als seien die nicht genug der Parteien, besonders in den Morgenstunden, soll es demnächst eine weitere Kategorie: die Schüler der Holzhausenschule und des Adorno-Gymnasiums, die bis 2024 nach und nach auf den Schulcampus Westend ziehen. Rund 2000 Kinder und Jugendliche sollen es am Ende sein.

In Lorenz Gempper löst diese Perspektive Unbehagen aus. Mit einem auf etwa DINA2-Größe ausgedruckten Foto geht er durch die Reihen des Ortsbeirats 2. Das Bild zeigt eine Gruppe Erwachsener und Kinder. Im Nieselregen stehen sie, eng aneinandergedrängt, in Regencapes und unter Schirmen auf der Mittelinsel auf der Miquelallee. „Die Kreuzung zu überqueren ist ein Alptraum“, sagt Gempper: Die Ampelschaltphase sei zu kurz, um alle Fahrspuren zu überwinden, der Platz in der Mitte zu eng. Gempper ist selbst Vater eines sechsjährigen Kindes, das die Holzhausenschule besucht. Das Foto schoss er bei einer Begehung des Areals mit Eltern und Kindern der Schule.

Die Elterninitiative „Ein sicherer Schulweg“ setzt sich – wie der Name verrät – dafür ein, dass ihre Kinder gefahrlos in die Schule kommen; egal, ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad. „Wir warten nicht, bis ein Kind angefahren wird“, sagt Gempper. Und erfährt große Unterstützung unter den Ortsbeiräten. „Die Stadt räumt dem Autoverkehr zu viel Platz ein“, bemerkt Hans-Jürgen Hammelmann (Linke).

Das Gremium fordert nun den Magistrat auf, die von der Initiative identifizierten Gefahrenpunkte zu überprüfen und „schnellstmöglich“ sichernde Maßnahmen für die Kinder umzusetzen. Die Forderungen lauten etwa: eine Verlängerung der Ampelschaltphase, eine Markierung des Schulwegs entlang der Miquelallee und die Installation eines „Drängelgitters“ zwischen Auto- und Radfahrbahnen. Weiterhin sollen Warnsignale im Kreuzungsbereich Bremer Straße/Hansaallee aufgestellt werden. Ein Schulweg soll über den Universitätscampus führen und Schulbusse die Kinder „von den entfernten Bereichen des derzeitigen Grundschulbezirks ‚Holzhausenschule‘ zum Schulcampus Westend und von dort zu den Horten“ bringen.

Die Initiative will mit den städtischen Behörden gemeinsam nach Lösungen suchen. Andernfalls kündigt Gempper an: „Wenn die Stadt nichts macht, gehen wir mit 500 bis 800 Schülern auf den Römer!“

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