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Im Hochbunker an der Friedberger Anlage in Frankfurt gibt es eine Ausstellung über jüdisches Leben.

Widerstand gegen rechts

Tag des Gedenkens in Frankfurt

Frankfurt erinnert an die Pogromnacht vom 9. November. Mehrere Veranstaltungen sind geplant.

Zum 81. Mal jährt sich am 9. November die Reichspogromnacht. Selten war das Gedenken an die Nacht auf den 10. November 1938 relevanter, in der in Deutschland mehrere Hundert Juden ermordet und Tausende Synagogen, Geschäfte und Friedhöfe zerstört wurden – und die den Auftakt zur systematischen Verfolgung der Juden darstellte.

Die „Initiative 9. November“ gedenkt am übernächsten Samstag im Hochbunker an der Friedberger Anlage 5-6 der Zerstörung der ehemaligen Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft. Von 16 bis 19 Uhr werden verschiedene Ausstellungen über jüdisches Leben heute und in der Vergangenheit gezeigt. Unter anderen ist eine Schau über das ehemals jüdisch geprägte Ostend zu sehen. Architekt D.W. Dreysse hält um 18 Uhr eine Gedenkansprache.

Das Museum Judengasse zeigt ab 19 Uhr ein experimentelles Filmprogramm, das sich kritisch mit der gegenwärtigen Erinnerungspraxis auseinandersetzt. Innerhalb der jüdischen Kulturwochen werden Kurzfilme auf Deutsch und Englisch sowie mit englischen Untertiteln gezeigt, die sich mit dem Erinnern und unserem Verhältnis zur Erinnerungspolitik befassen. Zwischen den Filmen findet ein Gespräch mit den Filmemacherinnen Ruth Novaczek und Maya Schweizer statt.

In der Frankfurter Innenstadt wird zwischen 18 und 19 Uhr die Straßen- und Fassadenbeleuchtung gelöscht. Die Aktion der französischen Künstlerin Tatiana Lecomte und der jüdischen Gemeinde Frankfurt soll an die Opfer der Pogromnacht und der folgenden Schoah erinnern. Das Fehlen des Lichts steht laut Künstlerin sinnbildlich für die Absenz einer ganzen Gruppe von Menschen. Den Flammen von damals will die Künstlerin eine Stunde Dunkelheit gegenübersetzten.

Auch dieses Jahr bietet die Initiative „Stolpersteine in Frankfurt am Main“ am 9. November wieder zahlreiche Rundgänge an. Um 11 Uhr findet ein Rundgang im Nordend statt (Hebelstraße 15-19), um 14 Uhr in Heddernheim (Hadrianstraße 6) und um 16 Uhr in Fechenheim (Alt-Fechenheim 89). Außerdem wird das Buch „Stolpersteine in Frankfurt am Main – Band 2“ um 15 Uhr jeweils in Heddern- und Fechenheim vorgestellt. Die Initiative ruft auch dazu auf, die Stolpersteine in der gesamten Stadt zu putzen sowie mit Kerzen und Blumen zu schmücken.

Am Sonntag, 10. November, git Anita Lasker-Wallfisch, Schoah-Überlebende und begnadete Cellistin, Einblicke in ihre Familiengeschichte. Die Mischung aus Brieflesungen, Fotografien und Musikstücken findet von 15 Uhr an im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum statt. Ebenfalls am Sonntag richten die Jüdische Gemeinde Frankfurt und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen von 18.30 Uhr an in der Westend-Synagoge die offizielle Gedenkstunde aus.

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