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Hausbesuche bei den Müttern und Neugeborenen haben die Hebammen noch nicht eingestellt.
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Hausbesuche bei den Müttern und Neugeborenen haben die Hebammen noch nicht eingestellt.

Schwangere

Geburtsvorbereitung via Zoom

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Schwangerschaftskurse gibt es in Corona-Zeiten nur online und im Krankenhaus gelten strengere Regeln.

Für Schwangere ist im Moment vieles anders. Kurse finden nur online statt, der Kontakt zu Gleichgesinnten fehlt, und im Krankenhaus sind die Regeln streng. Viele werdende Mütter seien zudem immer noch unsicher und sorgten sich, inwieweit das Virus für sie und ihr Kind gefährlich sei, sagt Hebamme Marietta Handschel. Sie betreibt eine Hebammenpraxis im Frankfurter Nordend. Die meisten Schwangeren lebten recht isoliert, manche seien schon früh aus dem Job gegangen und schränkten ihre Kontakte stark ein. „Das ist eine besonders emotionale Zeit, viele berichten auch von Stimmungsschwankungen.“

Auch im Wochenbett nach der Geburt fühlten sich viele Frauen einsam, trauten sie sich nicht Besuch zu bekommen, aus Angst vor Ansteckung. Einzelne berichten von depressiven Verstimmungen, so Handschel. Gespräche mit anderen Müttern fehlten. Gab es im Sommer Kurse abseits des Bildschirms, laufe nun wieder alles online, sagt Handschel – selbst Geburtsvorbereitungskurse. Thematisch könne man das meiste vermitteln. Das Zwischenmenschliche und Körperliche bleibe jedoch auf der Strecke. „Es entsteht nicht so ein Austausch wie sonst.“ Es ergäben sich auch weniger Kontakte untereinander, etwa dass sich Mütter und Paare anfreunden.

Handschel selbst muss doppelt so viel organisieren wie vorher. „Die Frauen haben deutlich mehr Fragen und melden sich öfter.“ Sie selbst und ihre Mitarbeiterinnen besuchen trotzdem noch die Mütter nach der Geburt zu Hause und kümmern sich um sie und das Neugeborene. „Wir halten uns aber streng an Hygienevorschriften.“ Das sei nicht immer einfach, denn eigentlich sei die Arbeit ja sehr nah, man sitze wortwörtlich auf der Bettkante. Jegliches Equipment etwa, das sie aus der Tasche holen, müssen sie wieder desinfizieren. Der Aufwand sei schon immens. In Frankfurter Krankenhäusern ist der Ablauf für werdende Mütter und ihre Partner ebenfalls anders als sonst. Infoabende und Führungen fallen im Heilig-Geist- und Nordwest-Krankenhaus aus.

Ansteckungsgefahr geringer als beim Einkaufen

In einem Video stellt sich das Team der Geburtshilfe vor. „Wir wollen auch den Kreißsaal virtuell besuchbar machen“, sagt Jörg Engel, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Die pränatale Sprechstunde etwa bestehe weiter. „Die Hygienerichtlinien an unseren Krankenhäusern sind hoch, die Ansteckungsgefahr ist geringer als beim Einkaufen.“ Aber natürlich halte man sich an alle Maßnahmen, das müssen auch die Frauen und Begleitpersonen tun.

Die Schwangeren würden nach Möglichkeit einem Schnelltest unterzogen, falls sie positiv seien, kämen sie um die Maske nicht herum, erklärt Engel. Sonst natürlich nicht. Denn er vergleiche die Geburt gerne mit einem Marathon-Lauf, „da möchte man keine Maske tragen“. Im Kreißsaal sind die Väter erlaubt. Vor und nach der Geburt dürfen sie einmal pro Tag besuchen. Sonst versuche man die Abläufe so wie sonst zu gestalten.

Auch im Elisabethenkrankenhaus müssen die Frauen sich alleine zur Geburt anmelden, die Besuchszeiten sind reduziert. Erst wenn die Wehen einsetzen, dürfe der Mann dazukommen, sagt der Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, Uwe Eisler. „Da fühlen sich die Frauen natürlich alleine gelassen.“ Man versuche das, so gut es gehe, durch das Personal abzufangen.

Videos mit Impressionen des Kreißsaals

Führungen und Infoveranstaltungen sind im Bürgerhospital schon seit März abgesagt. „Stattdessen haben wir auf der Webseite mehrere Videos mit Impressionen des Kreißsaals sowie Interviews von Ärzten und Hebammen hochgeladen“, sagt Silvio Wagner, Leiter der Unternehmenskommunikation.

Darüber hinaus sei der Prozess für die Geburtsanmeldung weitestgehend digitalisiert worden, sodass die Aufenthaltszeit von Schwangeren im Vorfeld der Geburt, etwa für Voruntersuchungen und Aufklärungsgespräche auf ein Minimum reduziert werden konnte. Gänzlich ohne persönlichen Vorkontakt gehe es aber nicht.

Ein wichtiger Punkt ist für viele Schwangere zudem die Frage, ob ihr Partner oder eine andere Bezugsperson sie während der Geburt begleiten darf. Das ist im Moment überall möglich.

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