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Gebremste Euphorie bei Fans von Eintracht Frankfurt

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Von: Oliver Teutsch

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Die Stehplätze im Waldstadion werden auch zum Heimspielauftakt leer bleiben, anders als 2019 in der Europa League– Qualifikation gegen Flora Tallinn. Foto: Arne Dedert/dpa
Die Stehplätze im Waldstadion werden auch zum Heimspielauftakt leer bleiben, anders als 2019 in der Europa League– Qualifikation gegen Flora Tallinn. © Arne Dedert/dpa

Nur 700 Unentwegte reisen nach Dortmund und auch der Ansturm auf Kneipen bleibt aus. Viele Auflagen für Erwerb von Tickets.

Rund 700 Unentwegte werden sich am Samstag auf den Weg nach Dortmund machen, um ihre Eintracht zum Bundesliga-Auftakt gegen die Borussia zu unterstützen. In guten Jahren waren es mehr als zehn Mal so viele Eintracht-Fans, die im größten deutschen Stadion auswärts dabei waren. Doch mehr Karten haben Gästefans nicht erhalten. Erst ab dem zweiten Auswärtsspiel Ende August bei Arminia Bielefeld greift die Regel, wonach Gästefans fünf Prozent des verfügbaren Ticketkontingents zur Verfügung gestellt werden sollen. Allerdings war die Nachfrage nach Tickets auch nicht allzu groß.

Denn der Aufwand, den Fans betreiben müssen, um ein Fußballspiel in Dortmund live erleben zu können, sind derzeit beträchtlich. In Dortmund gilt die 2G-Strategie, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene dürfen ins Stadion. Die Tickets sind personalisiert und, da es keine Stehplatztickets gibt, mit 40 bis 50 Euro recht teuer. Zudem müssen sich die Fans wegen des kurzen Vorlaufs die Tickets selbst am Stadion in Frankfurt abholen.

Die meisten Eintracht-Fans werden sich den Auftakt gegen Dortmund am Samstagabend daher in der Heimat am Fernseher anschauen. Gelegenheit dazu gibt es reichlich. Der Bezahlsender Sky hat nach eigenen Angaben allein in Frankfurt 300 gewerbliche Kunden, das heißt Kneipen, Hotelbars und Vereinsheime, die das Spiel zeigen dürfen. Doch die Euphorie hält sich bislang noch in Grenzen, sowohl bei den Fans, als auch bei den Gastronomen selbst.

„Es wird eh nicht voll sein“, antwortet Chan, der Wirt im „Doctor Flotte“ an der Bockenheimer Warte, auf die Frage, wie viele Gäste er zulassen werde. Wegen der Sommerferien sei noch nicht so viel los. In der „Yours Sports Bar“ auf der Berger Straße gibt es 100 Plätze. 50 davon würde Gastronom Roy freigeben, doch Reservierungen hatte er bis Donnerstag nur acht. „Wir haben nur Fernseher drinnen und die Leute wollen lieber draußen sitzen“, so Roy. Auch im „Frankfurter Wirtshaus“ am Mainkai ist reichlich Platz für Fußballfans. Doch bis zum Donnerstag waren die Betreiber noch unsicher, wie sie das Wagnis Fußball schauen in geschlossenen Räumen überhaupt angehen. Gefürchtet würden die teils drastischen Strafen für Gastronomen bei Hygieneverstößen, hieß es.

Viele Fans haben sich während des langen Lockdowns mit geschlossenen Kneipen auch selbst zu einem Abo beim Bezahlsender Sky durchgerungen. Die Nutzung im Rhein-Main-Gebiet nehme stetig zu, hieß es bei Sky auf Anfrage, konkrete Zahlen nennt der Sender traditionell nicht.

Ganz konkret 25 000 Fans dürfen am kommenden Samstag das erste Heimspiel live im Stadion verfolgen. Noch bis diesen Samstagabend läuft die Bewerbung. Wer ein Ticket will, muss online anklicken, ob er/sie an der Verlosung als Genesene:r/Geimpfte:r oder Getestete:r teilnimmt. Bevorzugt werden die 31 000 Fans mit Dauerkarte.

Doch von denen wollen gegen Augsburg gar nicht alle mit dabei sein. Einige sind noch im Urlaub, viel mehr aber lehnen es derzeit noch ab, ins Stadion zu gehen, wie etwa die Ultras. In einer Stellungnahme der Hardcore-Fans hieß es zuletzt: „Nach wie vor werden wir das Stadion erst besuchen, wenn es wieder Stehplätze ohne Restriktionen gibt, zumindest alle Dauerkarteninhaber ebenso wie Gästefans in gewohnter Größenordnung reinkönnen und keine umfangreiche Personalisierung stattfindet.“ Auch dies ist ein Grund dafür, warum die Nachfrage nach Tickets für das Spiel gegen Dortmund nicht allzu hoch war.

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