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„Meine Familie freut sich.“ Eckhard Gathof steht nicht mehr an der Spitze der Elternschaft. 

Wahl des Stadtelternbeirats

Gathof führt Frankfurter Stadtelternbeirat nicht mehr

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Der Stadtelternbeirat wurde neu gewählt, der derzeitige Vorsitzende Eckhard Gathof allerdings nicht als Mitglied im Gremium bestätigt. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger konnte noch nicht bestimmt werden.

Ein neuer Stadtelternbeirat ist gewählt – wer allerdings künftig ganz an der Spitze der Frankfurter Elternschaft stehen wird, ist noch nicht klar. Nur eines ist sicher. Der bisherige Stadtelternbeiratsvorsitzende Eckhard Gathof wird es nicht sein. Er war zwar am Samstag bei der Wahl des Beirats angetreten, wurde aber nicht in das 18-köpfige Gremium gewählt, das den Vorsitzenden stellt. Die Wahl des neuen Vorsitzes steht allerdings noch aus: Die konstituierende Sitzung des neu zusammengesetzten Gremiums konnte am Samstag nicht wie geplant stattfinden.

Rund 120 Elternvertreter und -vertreterinnen waren von den Frankfurter Schulen entsandt worden, um im Adorno-Gymnasium in verschiedenen Ausschüssen Vertreter ins Gremium zu wählen. Für die anschließende konstituierende Sitzung des neu gewählten Gremiums hätten alle 18 Mitglieder anwesend sein müssen. Waren sie aber nicht. Ein Mitglied hatte einen dringenden Termin und konnte an der Sitzung nicht teilnehmen. Am 7. Februar soll nun die Sitzung abgehalten und ein Vorsitzender oder eine Vorsitzende gewählt werden. Bis dahin führt Gathof weiter den Stadtelternbeirat.

Dass es für Gathof nicht gereicht hat, führen nicht wenige auf die internen Querelen zurück, die es im Stadtelternbeirat in den vergangenen zwei Jahren gegeben hat. Unstimmigkeiten über die telefonische Beratung im Übergang, über Urheberrechte an einem Fragenkatalog zum Schulwechsel, über die Abwahl eines Vorstandsmitglieds in dessen Abwesenheit, über anschließende Rücktritte im Grundschulausschuss – das alles sorgte für Streit innerhalb des Gremiums. „Wer vorne steht, bekommt dann eben die Prügel“, sagte Gathof am Samstag dazu. Er hoffe nun, dass der Stadtelternbeirat wieder in ruhigeres Fahrwasser komme. Denn es gebe genug zu tun. Etwa die Digitalisierung von Schulen. „Und wir wissen nicht, wie der Übergang in die weiterführende Schule dieses Jahr laufen wird, das wird eine sportliche Nummer.“ Er sei gebeten worden, wieder anzutreten, das habe er gemacht. „Hat nicht geklappt, aber meine Familie freut sich.“ Denn nun hat er wieder mehr Zeit.

Elf der Mitglieder des neuen Stadtelternbeirats sind komplett neu, haben zuvor noch nicht im Gremium mitgearbeitet. So wie Nicole Fontaine von der Gruneliusschule. Mit den Querelen habe sie sich vorher nicht beschäftigt, „ich bin ganz unvoreingenommen reingekommen“. Ganztagsschule, Umbauten und Sanierungen von Schulen, genügend Schulplätze an weiterführenden Schulen, das sind für sie „die großen Themen für die Grundschulen“, um die sie sich kümmern will.

Euphorie bei Neuen

Im Gremium ist die Gemütslage recht unterschiedlich. „Euphorie und Aufbruchsstimmung bei den Neuen“, sagte Stefanie Minten, die weiterhin im Stadtelternbeirat arbeiten kann. „Bei den anderen ist es gedrückt, weil man vorher auch gut zusammengearbeitet hatte.“

Dass es nicht zur konstituierenden Sitzung mit der Vorsitzendenwahl kam, sehen viele positiv. „Ich wäre überfordert gewesen zu wählen“, sagte Fontaine. „Ich hab‘ die Leute vorher alle noch nie gesehen.“

Auch Julia Frank, die erneut in den Stadtelternbeirat gewählt wurde, findet eine spätere Wahl gut. „Die Neuen müssen das sacken lassen“, sagte sie. So hätten sie die Möglichkeit, vor der Wahl oder auch einer Kandidatur über alles nachzudenken. „Sie können Ehemalige anrufen und fragen, wie umfangreich die Arbeit ist.“

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