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Stühle und Tische verwaist: Cafés, Bars, Restaurants dürfen weiterhin nicht für Gäste öffnen.
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Stühle und Tische verwaist: Cafés, Bars, Restaurants dürfen weiterhin nicht für Gäste öffnen.

Lockdown

Gastronomie bleibt weiter zu

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Bis mindestens 20. Dezember dürfen Restaurants und Kneipen nicht öffnen.  

Der Frankfurter Gastronom Götz Elsässer ist weder wütend auf Bundeskanzlerin Angela Merkel noch auf Ministerpräsident Volker Bouffier. „Es ist vernünftig, den Lockdown auch in der Gastronomie fortzusetzen. Nur so haben wir die Chance, den Coronavirus endlich loszuwerden und dann normal weiterzumachen“, sagt Elsässer. Er betreibt das gutbürgerliche Restaurant „Zum Grauen Bock“ in Alt-Sachsenhausen.

Denn mindestens bis zum 20. Dezember bleiben Restaurants und Kneipen  wegen der Corona-Pandemie weiter geschlossen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte der Hessenschau am Donnerstag, die Gaststätten blieben sicherlich auch bis einschließlich Neujahr zu. Formal könne man das noch nicht festlegen, weil solch eine Verordnung immer nur befristet für die Dauer von vier Wochen gelten dürfe. Trotz allen Verständnisses schmerzt Elsässer der Lockdown, gerade in der sonst geschäftlichen Hochzeit von Ende Oktober bis Dezember. „Normalerweise sind wir zu der Zeit des Jahres jeden Abend mit 160 bis 180 Gästen ausgebucht“, sagt er. Er selbst ist auch der Koch und bietet alternativ zum Gänse-Essen im Lokal nun eben „Gans to go“ an.

Der Hauptgeschäftsführer des hessischen Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga, Julius Wagner, sagt, dass der bisherige Lockdown leider eben nicht zum Erfolg mit niedrigeren Infektionszahlen geführt habe und sie auch angst und bange die steigenden Todeszahlen verfolgten. „Besser jetzt einen harten Lockdown als einen Zick-Zack-Kurs, wenn man Weihnachten und Silvester aufmachen würde, und dann wieder gleich zumachen müsste.“ Wichtig sei, dass die Regierung nun den Gastronomen Dezember-Hilfen zugesichert hätte, die Betriebe so zumindest entschädigt würden. Restaurants sollen so wie bereits im November 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahres ihres Vor-Ort-Verzehrs erstattet bekommen.

Weniger to go-Angebote

„Nur so können sich Betriebe über Wasser halten“, so Wagner. Aber trotz der Hilfen werde es viele Opfer der Schließungen in der Gastronomie geben. „Und es wird auch schwierig sein, wenn die Restaurants wieder öffnen, genug Fachpersonal zu bekommen. Denn nicht alle Angestellten in der Gastronomie und in den Hotels werden ihren Betrieben treu bleiben, und sich andere Jobs suchen, wenn die Schließungen andauern“, so Wagner.

Und was ist mit dem To-go-Geschäft, das weiter erlaubt bleibt, nutzen das viele? „Zu Beginn des zweiten Lockdowns haben 60 Prozent der Betriebe to go angeboten. Das war weniger als beim ersten Lockdown im Frühjahr, wo es noch 73 Prozent waren.“

Gastronom Thomas Klüber, der das Oosten an der Weseler Werft und die beiden Lokale Walden und Café Utopia in der Innenstadt betreibt, hat sich gegen einen To-go-Betrieb entschieden. Zu wenig Leute würden dieses beim Vorbeilaufen am Main, aber vor allem nicht in der Innenstadt nutzen: Die Businessleute äßen in Kantinen oder holten sich Sandwiches beim Bäcker oder Wurst to go beim Metzger. Vielen seien auch weiterhin im Homeoffice und Selbstversorger:innen. „Für Lokale in Stadtteilen wie das Nordend lohnt sich das To-go-Geschäft vielleicht eher, weil eben dort auch Leute wohnen und sich etwas für zu Hause abholen.“

Alexandra Knopp, die seit 25 Jahren zusammen mit ihrem Mann das Café und Restaurant Ginkgo auf der Berger Straße betreibt, sagt, sie bieten Essen und Kuchen to go nicht an, weil sie damit reich würden. „Wir machen nur zehn Prozent unseren normalen Umsatzes mit dem To-go-Geschäft. Aber wir bieten es an, um unseren Stammgästen zu signalisieren, dass wir für sie da sind. Viele, die im Homeoffice sind, freuen sich, am Fenster kurz mit uns zu reden.“

Schade, findet sie, dass die Lokale nicht mal draußen mit Abstandsregeln und Glasscheiben zwischen den Gästen öffnen dürften. „Wir haben 7000 Euro investitiert“, sagt sie. Aber sie geben nicht auf. „Es ist uns wichtig zu arbeiten, was zu tun, und nicht nur vom Staat subventioniert zu werden.“ Knopp fürchtet, dass sie erst im März wieder öffnen dürfen.

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