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Ibrahim Toprak verkauft seit dem zweiten Lockdown viel weniger Döner in seinem Lokal im Bahnhofsviertel.
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Ibrahim Toprak verkauft seit dem zweiten Lockdown viel weniger Döner in seinem Lokal im Bahnhofsviertel.

Geschäft läuft schlecht

Frankfurt in der Corona-Krise: Gastronomie klagt - Viel weniger Essen zum Mitnehmen

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
    schließen

Viele Gastronomen in Frankfurt verzweifeln am Lockdown und fürchten, dass sie bei einer Verlängerung schließen müssen. Selbst Dönerbuden haben weniger Kundschaft.

  • Corona-Krise: Auch in Frankfurt herrscht der Lockdown.
  • Gastromonie in Frankfurt: Imbissbuden und Schnellrestaurants leiden unter den Beschränkungen.
  • Viele Restaurants in Frankfurt kämpfen wegen den Corona-Maßnahmen ums Überleben.

In Dauer-Warteposition steht an diesem Montagmittag Ibrahim Toprak unweit des Döner-Drehspießes seines Bayram Kebap Hauses in der Münchner Straße. Ein Kunde bestellt gerade einen Döner, ansonsten ist nichts los. Der Sitzplatz-Bereich ist mit Absperrband abgeklebt. „Normalerweise ist es um diese Uhrzeit hier voll. Wir machen dann zwischen 12 und 14 Uhr 1000 Euro Umsatz. Aber seit dem zweiten Lockdown im November kommen kaum Kunden. Diesen Mittag haben wir bislang zwei Döner verkauft“, erzählt Toprak. Viele der sonst kommenden Kundinnen und Kunden seien im Homeoffice.

Gastronomie im Bahnhofsviertel in Frankfurt: Lockdown trifft die Läden hart

Überhaupt sieht man im Frankfurter Bahnhofsviertel auch in den Nachbar-Restaurants sehr wenig Menschen, die sich Essen mitnehmen und auch viel weniger Rad-Kuriere. „Wir machen nur ein Viertel des Umsatzes. Weder die November- noch die Dezemberhilfen haben wir bislang erhalten. und bald muss ich auch noch die Steuern zahlen“, so Toprak. Er wirkt verzweifelt. 20 Mitarbeitende hat er. Alle sind in Kurzarbeit. Ein Mitarbeiter sagt: „Normalerweise verdiene ich 1200 Euro, jetzt sind es knapp 850 Euro im Monat.“ Sein Chef betont: „Wie kann man mit so einem Gehalt in Frankfurt weiterleben? Wir haben alle Familie.“ Dass alles gut wird in 2021, daran glaube er nicht. Und er fürchtet sehr die Verlängerung des Lockdowns. „Wenn das länger geht als bis Ende Januar, sterben wir nicht an Corona, sondern vor Hunger.“

Auch Mohammad Ajmal, der Betreiber des kleinen pakistanischen Stehimbisses Akmal Sweets & Fast Food Center in der Elbestraße, sagt, es laufe schlecht. In Nicht-Corona-Zeiten stehen hier die Büroleute Schlange, um Speisen wie den Samosa-Teller zu bestellen. „Wir machen 50 Prozent weniger Umsatz seit November. Viele unserer Stammkunden sind im Homeoffice“, so Ajmal. Etwas besser laufe der Verkauf ihrer Süßigkeiten. Die November- und Dezemberhilfen vom Staat habe er zumindest bekommen. Kurzarbeit habe er für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht beantragt. „Ich möchte nicht gerne mehr Geld vom Staat annehmen als nötig.“

Lockdown in Frankfurt: Restaurants kämpfen ums Überleben

Bislang keine staatlichen Hilfen hat Andrew Kim erhalten, der erst Anfang 2020 sein koreanisches Café Kyubang mit seiner Frau Janet in der Innenstadt eröffnet hat. „Wir bieten jetzt auch koreanische Lunchboxes an, aber das Take-away-Geschäft läuft sehr bescheiden. Wir kämpfen weiter, aber ich werde langsam schon sehr müde durchzuhalten.“

Ums Überleben kämpft auch Gastronom Antonio Grande, der 2016 am Westendplatz das italienische Restaurant Azzurro eröffnet hat. „Seit drei Monaten haben wir nun schon geschlossen. Von den November- und Dezemberhilfen sind bislang null Euro bei uns angekommen. Ich muss aber weiter Miete und Strom zahlen. Auch meine private Miete läuft ja weiter“, sagt Grande. Der Lieferservice, den sie seit Corona anbieten, funktioniere nur mit ein paar Stammkunden. Und auch hier fehlten die Büromenschen sehr. „Normalerweise sind Januar und Februar Top-Monate. Wir haben normalerweise auch viele Messe-Gäste“, so Grande.

Frankfurt: „Corona ist die Sonne, die den schönen Schnee einfach wegschmilzt“

Sie seien zudem ein Restaurant, wo die Leute sich zum Genießen hinsetzten. Eben kein Fast Food, keine Pizza. „Normalerweise verkaufen wir 35 Mittagsmenüs, jetzt sind es gerade mal zwei.“ Von seinen vier Mitarbeitern habe er zweien kündigen müssen, weil er sich das finanziell eben nicht mehr weiter leisten könne. „Nach dem ersten Lockdown hatte ich noch alle behalten, aber diese zweite Welle ist zu hart.“

Bislang habe er die Kurzarbeit seiner Mitarbeiter aus eigener Tasche finanzieren müssen, weil die staatlichen Hilfen noch nicht da seien. „Wenn wir bis März keine Hilfen bekommen und der Lockdown weitergeht, werden wir schließen müssen.“ Das sei extrem frustrierend. „Ich habe fünf Jahre durchgearbeitet. Corona ist für mich wie die Sonne, die den schönen Schnee in nur wenigen Stunden einfach wegschmilzt.“

Eine neue Gastro-App* erleichtert Wirten und Kunden übrigens die Vorbestellungen. *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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