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„Stadt tut nichts“: Gastronomen im Frankfurter Bahnhofsviertel bitten Land Hessen um Hilfe

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Von: Oliver Teutsch

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Die Zustände im Frankfurter Bahnhofsviertel sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie noch schlimmer geworden.
Die Zustände im Frankfurter Bahnhofsviertel sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie noch schlimmer geworden. © Frank Rumpenhorst/dpa

Das Bahnhofsviertel in Frankfurt ist ein schwieriges Pflaster für Gastronomen. Von der Stadt fühlen sie alleingelassen - und wenden sich ans Land Hessen.

Frankfurt - Die Zustände im Bahnhofsviertel sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie schlimmer geworden, doch von der Stadt Frankfurt erwartet die Gastronomie offenbar keine Hilfe mehr. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat daher nun beim hessischen Wirtschaftsministerium angefragt. „Wir haben uns an das Wirtschaftsministerium gewandt, weil sich bei der Stadt nichts tut. Die schauen weg“, kritisiert Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner.

Es geht vor allem um aggressives Betteln in der Außengastronomie. Jumas Medoff von der Kommunalen Ausländervertretung erzählt, ihm seien Beschwerden von Gastronomen aus der Münchner Straße zugetragen worden, weil das Essen der Gäste an den Tischen im Freien angefasst oder gar vom Teller genommen wurde. „Die Zustände sind schlimm“, so Medoff.

„Das Tor Hessens“: Dehoga-Geschäftsführer fordert Lösungen fürs Frankfurter Bahnhofsviertel

Wagner zufolge gehe es vor allem um Cracksüchtige, die nach ihrem Rausch unglaublich aggressiv seien, im Bahnhofsviertel aber keine Rückzugsmöglichkeiten fänden. An das Wirtschaftsministerium habe sich die Dehoga gewandt, weil das Bahnhofsviertel quasi das Tor Hessens sei. „Wenn Touristen am Flughafen ankommen und am Bahnhof aussteigen, sehen sie als Erstes das Bahnhofsviertel“, so Wagner.

Vonseiten der Gastronomie habe es in den vergangenen Jahren enorme Anstrengungen gegeben, das Quartier aufzuwerten. „Aber diese Investitionen stehen im krassen Gegensatz zur Untätigkeit der Stadt, das passt nicht zusammen“, findet Wagner. Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) habe sich der Sache angenommen. Für Ende September sei im Bahnhofsviertel ein Treffen im kleinen Rahmen geplant, um sich auszutauschen und über mögliche Lösungsansätze zu diskutieren, verriet Wagner. (ote)

Der Ortsbeirat 1 will die Situation für Passant:innen und Hilfsbedürftige im Frankfurter Bahnhofsviertel verbessern - etwa durch Sanitärcontainer.

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