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Gastronomen freuen sich über Lockerungen

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Kellnerin Maya hat bei Green Thai in Frankfurt alle Hände voll zu tun. Enrico Sauda
Kellnerin Maya hat bei Green Thai in Frankfurt alle Hände voll zu tun. Enrico Sauda © Enrico Sauda

Seit Samstag gibt es neue Corona-Regeln, das Gesundheitsamt bleibt trotz steigender Inzidenz gelassen.

In Clubs darf getanzt werden, in Restaurants gilt wieder 3G, Abstandsregeln sind entfallen und Schüler müssen am Platz keine Maske mehr tragen. Gleichzeitig steigt die Inzidenz. Das Gesundheitsamt ist dennoch verhalten optimistisch – wenn sich die Menschen an grundlegende Hygieneregeln halten.

Das erste, was Recep Ergün, Betriebsleiter des Green Thai, am Samstag getan hat, war, die Trennwände zwischen den Tischen abzubauen. „Viele Gäste haben sich beschwert, vor allem Gruppen“, sagt er. Die meisten Tische in dem Restaurant auf der Zeil sind für zwei Personen, sie zusammenzuschieben, war wegen der Trennwände schwierig. „Die Gäste haben die neuen Regelungen insgesamt sehr positiv aufgenommen“, sagt Ergün. Zwar sei deren Zusammensetzung am Samstag nicht anders gewesen als an den Wochenenden zuvor. „Aber wir haben locker 20 Prozent mehr Umsatz gemacht.“

Keine Maske in öffentlichen Räumen, kein ordentliches Händewaschen mehr – dieser „sorglosere Umgang mit den einfachen Hygieneregeln“ ist laut Gesundheitsamt einer der Hauptgründe dafür, dass die Inzidenz in Frankfurt wieder steigt – von 640 am vergangenen Mittwoch auf gestern 755. Auch die neue Omikron-Variante BA2, noch etwas ansteckender als BA1 und mittlerweile laut Amt wohl für über 50 Prozent der Infektionen in Frankfurt verantwortlich, spiele eine Rolle.

In Anbetracht dessen ist man im „Tischlein deck‘ dich“ in der Berger Straße weiterhin großzügig. „Wir haben gemerkt, dass wir nicht so viel mehr Plätze gewinnen, wenn wir die Tische wieder enger stellen, sich die Gäste dann aber weniger wohlfühlen“, sagt Serviceleiterin Jana Gutke. Dass jetzt auch wieder Ungeimpfte mit Test Restaurants besuchen dürfen, bereitet ihr kaum Sorgen: „Ein Großteil unserer Gäste ist vollständig geimpft.“ Generell überwiege bei allen die Freude über die Lockerungen: „Das gibt uns die Perspektive, dass bald weitere kommen.“

Auf einen coronafreien Sommer hofft Madjid Djamegari, Besitzer des Clubs Gibson, in dem die Menschen am Samstag zum ersten Mal wieder tanzen durften, und das ohne Maske. „Die Stimmung war sehr positiv. Wir sind froh, dass wir nach fast zwei Jahren wieder an den Start dürfen und die Menschen waren glücklich, mal den Kopf freizubekommen.“ Scheu oder Angst habe es kaum gegeben. Einerseits, weil weiter 2 G+ gelte und streng kontrolliert werde. „Auch das Risikobewusstsein bei unseren eher jungen Gästen ist ein anderes.“

Doch es scheint Ausnahmen zu geben. Etwa die Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums im Frankfurter Westen. „Wir sind ein reines Oberstufengymnasium, die Schüler sind daran interessiert, sich nicht kurz vorm Abi anzustecken“, sagt Schulleiterin Ruth Hohmeister. Die meisten trügen freiwillig weiter Maske, wer das nicht wolle, setze sich neben ein Fenster. „Die Schüler sind das schon gewohnt und deshalb ganz entspannt.“ Während das Dessauer-Gymnasium eine Masken-Empfehlung ausgesprochen hat, hat sich die Schillerschule dagegen entschieden. „Mittlerweile haben alle gelernt, eigenverantwortlich mit dem Virus umzugehen“, sagt die Vorsitzende des Frankfurter Stadtelternbeirats, Rafaela Hartmann, deren Kinder das Gymnasium im Frankfurter Süden besuchen.

Das Gesundheitsamt bestätigt: „Zu lange anhaltende Restriktionen machen die Bevölkerung mürbe und veranlassen sie, die im privaten Bereich schwer kontrollierbaren Regeln zu brechen. Aber man muss die Bürgerinnen und Bürger weiter daran erinnern, dass die Pandemie nicht vorbei ist und das pandemiegerechte Verhalten weiter von Bedeutung ist.“ Was bei Jugendlichen machbar scheint, ist für Birgit Hein-Schmidt immer wieder eine Herausforderung. „Die Kinder fragen: Wenn wir negativ getestet sind, warum müssen wir dann, wenn wir aufstehen, eine Maske aufziehen?“, sagt die Leiterin der Kirchnerschule, einer Grundschule in Bornheim. „Dass das eben eine Vorgabe ist, ist für die ganz Kleinen nicht verständlich.“ sab

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