1. Startseite
  2. Frankfurt

Gaspreisabschlag der Frankfurter Tafel spenden

Erstellt:

Von: Thomas Stillbauer

Kommentare

Ein Tafel-Mitarbeiter sortiert gespendete Lebensmitteln im Zentrallager.
Ein Tafel-Mitarbeiter sortiert gespendete Lebensmitteln im Zentrallager. © Michael Schick

Aufruf zur Hilfe: Eine private Initiative will den Zuschuss der Bundesregierung sozial weiterleiten – an jene, die weniger haben.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Energiekosten stark erhöht. Die Gasrechnung für Dezember will die Bundesregierung daher den Verbraucherinnen und Verbrauchern abnehmen.

Nett, aber nicht gerecht, finden viele. Unter ihnen sind der Frankfurter Architekt Stefan Traxler und der frühere FR-Wirtschaftsredakteur Mario Müller. Beide kamen auf dieselbe Idee – und erfuhren voneinander durch den SPD-Bundestagsabgeordneten Kaweh Mansoori. Der findet die Idee auch gut.

Und so soll sie funktionieren: Wenn die Regierung den Dezemberabschlag fürs Gas übernimmt, könnten jene, die genug Geld haben, den eingesparten Betrag an jene weitergeben, denen es schlechter geht. Aber wie?

„Wir nennen es Tafelgeld“, sagt Traxler. Er gehört zu einer Gruppe von etwa zehn Leuten, die über die Lage diskutierten und zu dem Ergebnis kamen: Als Spende an den Verein Frankfurter Tafel, der Bedürftige mit dem Nötigsten versorgt, wäre das Geld am besten angelegt. „Es geht uns darum, an eine Vereinigung zu spenden, der man vertraut“, sagt der Architekt. „Es wird wohl nicht gigantisch viel zusammenkommen, aber es ist immerhin eine Geste“ – und denen, die nichts haben, helfe auch das schon.

Während Traxlers Freundeskreis den Plan schmiedete, machte sich auch FR-Kollege Müller Gedanken und wendete sich an das Büro des Frankfurter Bundespolitikers Mansoori. Gemeinsam kamen sie ebenfalls auf die Tafel. Mansoori unterstütze die Idee grundsätzlich und sei bereit, auch für sie zu werben, antwortete der Büroleiter des Sozialdemokraten. „In meinem Bekanntenkreis ist man von dem Plan angetan“, sagt Müller. „Geben wir es doch denen, die es wirklich brauchen.“

So sieht es auch die Gruppe um Traxler. Die Dezember-Maßnahme der Regierung sei nicht sozial gerecht, aber der einzige Weg, wenn es schnell gehen solle. „Also ist es angezeigt, auch ohne die komplizierten Verwaltungswege des Staates auf privater Ebene einen Ausgleich zu schaffen“, formuliert Traxler in einem Aufruf. Die Hauptsache: Es soll bei den Richtigen ankommen. Die Tafel (www.frankfurter-tafel.de) leiste seit Jahren ehrenamtliche Arbeit und versorge mit Lebensmitteln inzwischen etwa 30 000 Personen im Frankfurter Raum.

Technisch läuft das Ganze als individuelle Spende an die Tafel. Wer das Kennwort „Tafelgeld“ bei der Überweisung angibt, sorgt dafür, dass am Ende eine Gesamtsumme ermittelt werden kann.

Die Kontodaten: Frankfurter Tafel e.V., Frankfurter Volksbank, IBAN DE91 5019 0000 0077 0089 26, BIC: FFVBDEFF, Verwendungszweck: „Tafelgeld“. Die Initiatoren hoffen auf Nachahmungseffekte.

Stefan Traxler , Frankfurter Architekt, will das Extrageld fürs Gas denen weitergeben, die es brauchen.
Die Gruppe um Stefan Traxler , Frankfurter Architekt, will das Extrageld fürs Gas denen weitergeben, die es brauchen. © Privat

Auch interessant

Kommentare