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Großes Gedränge beim Finale des großen Diktatwettbewerbs im Goethe-Gymnasium.

Diktatwettbewerb in Frankfurt

Ganz schön krass, diese Rechtschreibung

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Beim überregionalen Diktatwettbewerb kämpften im Goethe-Gymnasium in Frankfurt Eltern, Schüler und Lehrer gegeneinander.

Wer abschreibt, muss auf den Schummlerplatz. Da ist die Jury knallhart. Der sieht aus wie eine Ersatzbank und ist mitten auf der Bühne. Allein diese Drohung der Jury in Schiedsrichter-Shirts und mit Trillerpfeifen reicht aus, dass sich keiner der 280 Teilnehmer traut, auf das Blatt des Nachbarn zu schauen. Das Finale des großen überregionalen Diktatwettbewerbs im Goethe-Gymnasium am Dienstagabend steht wenige Tage vor WM-Start in Russland im Zeichen des Fußballs. Schüler, Eltern und Lehrer treten im Westend untereinander und gegeneinander an.

So viel vorweg: Es wird viel geseufzt und irgendwo zwischen amüsiert und ziemlich verzweifelt gelacht. Denn das Diktat verlangt sogar rechtschreibaffinen Menschen einiges ab: Eine der ersten Hürden ist folgender Satz: „Das Dribbelspiel beim „Tikitaka“ – oder heißt es „Tickitacka“?- sei ohne Pep. Ein Schüler glaubt, das Wort komme bestimmt aus Hawaii. Deswegen schreibt er also Tikki-Takka. Es ist aber Tikitaka oder auch Tiki-Taka geht. Alles andere ist falsch. Jury-Chefin Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Duden-Redaktion , sagt: „Das Wort wurde bei der WM 2006 erstmals verwendet und hat sich seitdem durchgesetzt.“ Beim Tikitaka ist die gesamte Mannschaft in ständiger Bewegung und spielt sich den Ball aus geringer Entfernung zu. Die Rechtschreib-Finalisten sind aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hamburg. Im Jahr 2011 hatte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft den Diktatwettbewerb in Frankfurt gestartet, seitdem gibt es bundesweit Nachahmer. Zum ersten Mal dabei sind die Teams aus Darmstadt, Mainz, Trier, Rheinbach und dem Main-Kinzig-Kreis. Außer Konkurrenz schreibt die mit elf Jahren bisher jüngste Teilnehmerin Lena Wittwar aus Darmstadt mit. Sie schlägt sich mit 25 Fehlern tapfer. Aber auch sie rollt ab und zu ihre Augen bei Wörtern wie D-Zug-artig, andere verzweifeln an Pep oder Pepp? Es ist Pep.

Richtig viele Fragezeichen löst das Wort Kavenzmann oder ist es Kaventsmann aus? Es ist Kaventsmann. „Das ist krass“, sagt ein Herr aus dem Verband der freien Lektoren, die wie Vertreter der IHK, der Goethe-Uni und der Senckenberg-Gesellschaft mitschreiben. „Kaventsmann habe ich noch nie gehört“, sagt Lynette Parker (15). Ihre Schwester Mia Maria (17), beide auf dem Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg, stimmt ihr zu. Es ist jemand, der durch seine Größe beeindruckt.

Gesamtsieger wird der Hamburger Lehrer Andreas Klik von der Beruflichen Schule für Spedition, Logistik & Verkehr. Er macht nur drei Fehler. Die besten Schüler sind Paul Rohwedder aus Hamburg und Lukas Geßl aus Landshut mit jeweils sieben Fehlern.

Bei den Eltern siegt die Frankfurterin Heike Haug (Bettinaschule) mit sechs Fehlern. Der Durchschnitt lag bei 17,6 Fehlern.

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