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Interview

„Ganz normales Sommergewitter“

  • VonKathrin Becker
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Wettermann Plöger weist im Gespräch darauf hin, dass der Klimawandel mehr Hitze und auch Starkregen bringt.

Sven Plöger, 53, ist Diplom-Meteorologe und Wettermoderator bei der ARD. Als Meteorologe beschäftigt er sich tagtäglich mit Wetterdaten. Vor Kurzem erschien sein Buch über die Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel.

Herr Plöger, am Dienstagabend hat es in Frankfurt ein kurzes aber heftiges Gewitter gegeben. Davor war es sehr heiß. Sommergewitter oder Klimawandel?

Das war in diesem Fall ein ganz normales Gewitter, wie es sie im Sommer häufig gibt. In relativ kurzer Zeit sind etwa 14 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. An anderen Orten in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen waren es übrigens bis zu 40. Auch sind die regionalen Unterschiede hinsichtlich des Niederschlags sehr groß. Was wir jedoch feststellen ist, dass sich Wetterereignisse wie extreme Dürre und Starkregen häufen. Das ist dann auf die Klimaerwärmung zurückzuführen.

Müssen wir uns in Frankfurt also zunehmend auf heftige Gewitter einstellen?

Modellrechnungen zeigen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Wir erleben heute die Wetterlagen, die uns die Klimaforschung vor Jahrzehnten vorhergesagt hat. Durch diese Ereignisse wird die Klimaänderung für uns spürbar. Allerdings geht es dabei nicht um einzelne Wetterphänomene. Wie gesagt, bei dem Unwetter am Dienstag handelte es sich nicht um ein ungewöhnliches Ereignis. In der langfristigen Statistik stellen wir allerdings Veränderungen fest. Gerade die Großstädte wie Frankfurt heizen sich schneller auf als ihre Umgebung. Sie sind deshalb ganz eigene klimatische Zonen. Hinzu kommt, dass Hoch- und Tiefdruckgebiete heute langsamer wandern. Deshalb kommt es zu längeren Hitzephasen und auch Unwetterlagen halten sich länger über der Stadt, zumindest so lange es keine stärkeren Winde gibt.

Woran liegt es, dass sich nur schwer vorhersagen lässt, welche Bereiche von dem Unwetter betroffen sind?

Das ist für uns Meteorologen immer noch eine große Herausforderung. Sie können sich das vorstellen wie einen Topf mit kochendem Wasser. Sie sehen, dass es brodelt, aber an welcher Stelle genau die nächste Blase aufploppt – das ist kaum vorherzusagen. Ähnlich geht es uns mit Gewittern. Wir können in den Wettervorhersagen sehr präzise angeben, dass sich in einem bestimmten Gebiet vermehrt Unwetter bilden. Auf einzelne Stadtteile runterbrechen lässt sich das aber kaum. Es gibt allerdings Indizien. Über Städten ist die Wahrscheinlichkeit für Gewitter zum Beispiel höher. Das gilt jedoch nur für lokale Wärmegewitter, nicht für die ganz großen Gewitterfronten. Und mit dem sogenannten „Now-Casting“ können wir Gewitter, die schon entstanden sind, genauer beobachten. 

Wie ist die Aussicht für die kommenden Tage?

Am Donnerstag können die Gewitter noch einmal heftiger werden, und auch danach bleibt es schwülwarm mit Gewitterneigung.

Interview: Kathrin Becker

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