Gallus

Zu wenig Platz für die Betreuung im Gallus

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Eltern der Günderrodeschüler wenden sich an Ortsbeirat. Sie hoffen, dass eine leerstehende Hausmeisterwohnung bald der Schule im Gallus zur Verfügung steht.

Der Platz in der Günderrodeschule ist rar. Um den steigenden Schülerzahlen im Gallus Rechnung zu tragen, wurde sie mit einem Anbau ausgestattet, der nun mit Verzögerung in Betrieb genommen wurde. Doch leider hinke der Ausbau der Betreuungsplätze hinterher, beschweren sich die Eltern. Der Schulelternbeirat hat sich nun mit einem Brief an den Ortsbeirat 1 gewandt, mit der Hoffnung auf Unterstützung.

Auf dem Schulgelände an der Hufnagelstraße steht im Hausmeistergebäude seit Monaten die Hausmeisterwohnung leer, berichten die Eltern. Die Wohnung darunter nutzt die Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) bereits. Die Schulgemeinde hatte von Plänen gehört, dass sie in Zukunft der ESB nicht mehr zur Verfügung stehen soll. Die Eltern bitten den Ortsbeirat, diese und die leer stehende Wohnung sowie auf lange Sicht das ganze Haus für die Grundschule und das Angebot der ESB zu sichern.

Der Ortsbeirat hatte bereits im Januar das Gleiche gefordert, doch noch keine Antwort des Magistrats erhalten. Die ESB ermögliche neben einer strukturierten, verlässlichen Betreuung zusätzliche Förderung und Unterstützung der Kinder, schrieben sie damals. Gerade in einem Stadtteil wie dem Gallus mit einem hohen Anteil an Kindern aus „bildungsfernen“ Familien und mit Migrationshintergrund sei die Betreuung und Förderung der Kinder durch die ESB außerordentlich wichtig.

Jedes Jahr besuchten die ESB mehr Kinder, schreiben die Eltern. Aber mehr Platz gebe es nicht. Bis Jahresende sollen die Plätze von 80 auf 100 aufgestockt werden und die Kinder in Multifunktionsräumen des Anbaus betreut werden. Insgesamt besuchen die Schule allerdings 330 Kinder. „Das Versprechen, Hortplätze zu schaffen, wurde bisher nicht erfüllt.“

Die ESB stehe natürlich hinter dem Antrag der Eltern, sagt Leiter Tino Goldmann. „Die Schule leistet ganz viel in Bezug auf Angebote für die Kinder.“ Dies sei nur möglich weil etwa Schulleitung und Leitung der ESB (Trägervertretung ESB und Sternpiloten) im ständigen Austausch seien, um mit den vorhandenen Räumen gute Angebote für die Kinder zu schaffen. Gerade für die ESB sei dieses Raumangebot auch eine Rückzugmöglichkeit aus der sonst überwiegenden Klassenraumatmosphäre. „Für uns und für die Schule wäre eine über Jahre gesicherte Planbarkeit von hoher Bedeutung.“ Dies wäre aber natürlich an eine verlässliche und schriftliche Zusage von den übergeordneten Stellen gebunden.

Was mit der Hausmeisterwohnung passiert, kann das Dezernat für Integration und Bildung nicht beantworten. Derzeit werde eine Umwidmung zu schulischen Zwecken geprüft, sagt eine Sprecherin der FR. Es lägen aber noch keine abschließenden Ergebnisse vor.

Was die Betreuungplätze betrifft, liege die Quote im Gallus bei 59 Prozent. Aktuell überprüfe man, wie sich das stadtweite Versorgungzsziel von 65 Prozent erreichen lasse. „Durch die Verzahnung im Gallusviertel können die Horte nicht eindeutig bestimmten Schulen zugeordnet werden“, schreibt das Dezernat. Das heiße, in den Horten seien jeweils Kinder aus verschiedenen Grundschulen. Daher könne davon ausgegangen werden, dass Kinder der Günderrodeschule neben der ESB auch Horte im gesamten Gallusviertel besuchten.

Abgesehen von der ESB fehlen in der gesamten Schule Räume. Benötigt wird Platz für eine weitere erste Klasse, die Inklusionskinder, die Bibliothek, Kreativräume, einen Lese-, Ruhe-, Tobe- und den Mehrzweckraum, der zum Klassenzimmer umfunktioniert wurde.

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