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Das Gelände der ehemaligen Adlerwerke im Gallus. Hier war das KZ Katzbach

Erinnerungskultur

Wanderausstellung fürs KZ Katzbach in Frankfurt

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    Judith Köneke
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Die Stadt soll den Druck auf den Eigentümer erhöhen, damit es zur Gedenkstätte kommt, fordert die Opposition.

Die Stadt Frankfurt will künftig stärker als bisher an das KZ Katzbach in den Adlerwerken im Gallus erinnern. Zunächst werde eine Wanderausstellung erarbeitet, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Donnerstagabend im Kulturausschuss. Die Koalition hat dafür 20 000 Euro bereit gestellt.

In einem zweiten Schritt soll eine Gedenkstätte in den Adlerwerken errichtet werden. Doch dieser Prozess stockt. „Bislang haben wir leider mit dem Eigentümer des Gebäudes keine Einigung erzielen können, ob wir Räume zur Verfügung gestellt bekommen“, sagte Hartwig.

Eigentümer ist die Hamburger Kapitalgesellschaft Quantum Immobilien, die im Auftrag eines Konsortiums institutioneller Investoren aus Deutschland agiert. Mieter sind unter anderem die Deutsche Bahn und das Marketingunternehmen Wunderman.

Bislang erinnert eine Gedenktafel an den Adlerwerken an die Häftlinge des KZ-Außenlagers Frankfurt. 1600 Menschen mussten im KZ Katzbach zwischen 1944 und 1945 Zwangsarbeit leisten und Fahrgestelle und Motoren für Schützenpanzer herstellen. 528 Menschen starben. Sie liegen in einem Massengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben.

Die Koalition im Römer sowie Vertreter der Opposition betonten im Kulturausschuss geschlossen, dass eine Aufarbeitung der Geschichte des KZ Katzbach sowie die Wanderausstellung und eine Gedenkstätte sinnvoll seien. Nico Wehnemann (Die Partei) und Martin Kliehm (Die Linke) legten Wert darauf, dass die Stadt mehr Druck auf die Hamburger Kapitalgesellschaft Quantum Immobilien ausüben soll, damit die Gedenkstätte zustande komme. Dass dies nicht geschehen sei, sei „peinlich“, meinte Wehnemann.

„Wir brauchen die Erinnerung an dem authentischen Ort“, sagte Renate Wolter-Brandecker (SPD). Neben der Gedenkstätte sollte es weitere Formen des Erinnerns geben, sagte Thomas Dürbeck (CDU). Dies ergänze sich, unterstrich Sebastian Popp (Grüne).

Der Ortsbeirat 1 hat sich in der vergangenen Sitzung ebenfalls für die Gedenkstätte ausgesprochen. „Viel zu spät wurde von der Stadt eingestanden, dass der Holocaust auch mitten in Frankfurt stattfand“, heißt es in dem interfraktionellen Antrag. Es sei gut, dass sich dies geändert habe, wofür insbesondere dem Förderverein zum KZ Katzbach zu danken sei, der die volle Unterstützung des Ortsbeirats habe. Viele Menschen wünschten sich eine feste Gedenkstätte. Gerade für junge Menschen bleibe ein solcher authentischer Ort wichtig.

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