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Im „Noodlemaker“ bearbeitet Min Yang den Teig. 

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Restaurant im Europaviertel: Die Kunst des Nudelmachens

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Inhaber Min Yang zeigt den Gästen seines chinesischen Restaurants „The Noodlemaker“ an der Europaallee wie aus Teig die berühmten Lamian Nudeln werden.

Übersetzt heißt „la“ ziehen und „mian“ Nudel. Und genau das macht Min Yang in seinem Restaurant im Europaviertel. Aber nicht versteckt in der Küche, sondern vor den Augen seiner Gäste - mitten im Raum. Aus Teigklumpen formt, wirbelt, dreht, wickelt und faltet der Chef des „Noodlemakers“ lange Fäden. Auf die berühmte Lamian Nudeln aus der Stadt Lanzou hat Yang sich spezialisiert. „Sie sind in ganz China beliebt“, erzählt er. Auch er habe sie schon als kleines Kind in seiner Heimat gerne gegessen.

Die Kunst des Nudelteigmachens zu erlernen, kann Monate bis Jahre dauern, sagt Yang. Es sei nicht so einfach wie man denkt. Im Sommer etwa, muss man den Teig anders zubereiten als im Winter - mit mehr Wasser und weniger Salz. Und auch die Konsistenz des Weizenmehls, obgleich von der selben Marke, sei nicht immer gleich. Die Nudeln aus Bio-Weizenmehl, Wasser und Natron bereitet Yang jeden Tag frisch zu. Bis zu 80 Portionen. Ende Oktober hat Yang sein Restaurant an der Europaallee eröffnet. Er hatte sich viele Lokale angeguckt, bis er Platz für eine Show-Küche fand. Die Gäste können die Nudeln nun entweder in der Suppe oder mit Soße probieren. „Die Rinderbrühe mit 18 Gewürzen wird mehr als sieben Stunden gekocht“, sagt Yang. Das Rindfleisch drei Stunden. Dazu gibt es Rettich, Pak Choi oder Sauerkohl, Koriander und Chilisoße kommen oben drauf.

Wer mag, kann auch ein Teeei dazu bestellen, ein in Gewürze und Tee mariniertes Ei. Zwei vegetarische Varianten gibt es ebenfalls. Bei der Soße lässt sich zwischen Rinderhack, Knoblauchöl oder Sesamsoße wählen. Von acht bis 10,50 Euro kosten die Gerichte, Toppings extra.

Fünf unterschiedliche Nudelformen bietet Yang an, manche sind so dünn wie Haare, nur zehn Sekunden müssen sie ins kochende Wasser, andere sind dreieckig, erklärt der 34-Jährige. Wichtig ist Yang, dass er „original chinesisches Essen“ anbietet - nicht an den deutschen Gaumen angepasste Speisen. Denn das machten die meisten chinesischen Lokale. Lediglich eins der Gerichte sei ziemlich scharf. Da habe er schon so manchen Deutschen gesehen, der husten musste und sich die tränenden Augen tupfte.

Die Lage in der Europaallee mit ihrer Baustelle in der Mitte, wirkt auf den ersten Blick nicht ideal. „Aber die Gäste kommen trotzdem“, berichtet Yang, vor allem aus den umliegenden Büros in der Mittagszeit. Deutsche und Chinesen, die hier leben oder eine Messe besuchen. Mittlerweile gibt es auch Stammkunden.

Yang selbst kam 2007 nach Würzburg, um Mathematik zu studieren. Als seine Tante ihre Nudelbar im Westend schließen wollte, entschloss er sich, mit Unterstützung seiner Frau, zu übernehmen. Um gut gerüstet zu sein, ging er einige Monate in seine Heimat zurück, um das Handwerk des Nudelmachens zu lernen. Schritt für Schritt habe er dann seine Technik verbessert.

Noch hat Yang nicht viel Marketing betrieben. Er ist Koch, Buchhalter und macht den Einkauf. Seine Frau arbeitet auch im Restaurant. Bald kommt der Meister, der ihm das Nudelmachen beigebracht hat und wird in seinem Restaurant arbeiten. Dann bleibt Yang mehr Zeit fürs Marketing. Sein Traum ist es, eine Nudelkette zu eröffnen.

The Noodlemaker, Europa-Allee 41, ist Mo., Mi. bis Sa. von 11.30-15 und 17.30-22, Uhr geöffnet, So. von 12-15 und 17.30-22 Uhr, Telefon: 74 73 24 57.

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