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Rassismus zerstört Liebe

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Drei junge Filmemacher:innen: Aylin Ciftci, Alexandre Mbonigaba und Aaron Andac (v.l.).
Drei junge Filmemacher:innen: Aylin Ciftci, Alexandre Mbonigaba und Aaron Andac (v.l.). © Peter Jülich

Filmprojekt von jungen Menschen in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund(IB) und dem Gallus Zentrum. Die Premiere mit anschließender Gesprächsrunde findet am heutigen Mittwoch statt.

Kion ist ein dunkelhäutiger junger Mann. Er ist verliebt in ein weißes Mädchen, jedoch stellen die Eltern der jungen Frau sich gegen eine Beziehung der beiden. Das führt zu vielen Problemen und macht es schwierig für die Verliebten, zusammen zu sein. Der Kurzfilm „Kion“ erzählt die komplizierte Liebesgeschichte, die 17 Jugendliche und junge Erwachsene in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund(IB) und dem Gallus Zentrum von September 2021 bis vergangenen Januar gedreht haben.

Die Idee zu dem Film hatte Alexandre Mbonigaba, der auch ein erstes Drehbuch geschrieben hat. Damit trat der 23-Jährige, der sich für Schauspielerei interessiert und auch im Schauspiel Frankfurt auftritt, an Jannis Plastargias, der sich um das Projekt Jugendmigrationsdienste im Quartier/Gallus kümmert, heran. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des IB arbeitete er es weiter aus.

„Ich habe das Problem in der Gesellschaft gesehen“, sagt Mbonigaba zu seiner Inspiration für den Film. „Wir sprechen immer über Probleme, nicht über Lösungen.“ Auch habe ein Freund von ihm schon sehr ähnliche schlechte Erfahrungen wie die Filmfiguren gemacht: Eine Beziehung wird durch den Einfluss anderer zerstört.

Mbonigaba hat sich dann seine Darsteller:innen gesucht, unter Freunden und Bekannten. Aaron Andac hat er rein zufällig während einer Zugfahrt kennengelernt. Kurz danach hat Mbonigaba ihn gefragt, ob er nicht bei seinem Projekt mitmachen wolle. Der 22-jährige Andac hat ohne das Drehbuch gesehen zu haben zugesagt: „Alexandre hat immer tolle Ideen, um Filme zu machen, er ist ein Storyteller.“

Andere Menschen kannte Mbonigaba schon vorher, wie zum Beispiel Aylin Ciftci aus dem Schauspiel Frankfurt. Dort haben die beiden zusammen auf der Bühne gestanden. Irgendwann hat Mbonigaba ihr dann das Drehbuch geschickt. Sie hat es sich angeguckt und direkt ihr Okay gegeben.

Alle drei haben bereits Erfahrungen mit Rassismus machen müssen. „Oh, du kannst aber gut Deutsch“, sei ein Spruch, den Ciftci schon öfter zu hören bekommen habe, wenn Menschen ihren Nachnahmen zum ersten Mal wahrnehmen. Es ist eine Menge Alltagsrassismus, und den müsse man versuchen, auszublenden, sagt Alexandre Mbonigaba, denn: „Es tut einfach weh.“

„Kion“ wird nicht Mbonigabas einziges Filmprojekt bleiben. Er arbeite schon an weiteren Drehbüchern und Ideen: „Es geht nicht nur darum, Entertainment zu machen, sondern darum, die Welt zu verändern.“

Die Filmpremiere von Kion ist am heutigen Mittwoch, 15. Juni, 18 bis 21 Uhr, im Gallus Zentrum, Krifteler Straße 55. Im Anschluss gibt es ein moderiertes Gespräch.

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