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Polizeipräsidium soll grüner werden

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Von: Boris Schlepper

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So soll das Grundstück des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage einmal aussehen.
So soll das Grundstück des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage einmal aussehen. © Meixner Schlueter Wendt

Auf dem Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage sollen Hochhäuser, Wohnungen und Bildungeinrichtungen entstehen. Der Ortsbeirat fordert nun eine Überarbeitung der Pläne.

Die Pläne für die Bebauung des ehemaligen Polizeipräsidiums sind veraltet. Darauf hat der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) mit einem Antrag der Grünen hingewiesen. Die Mehrheit des Stadtteilgremiums kritisiert damit, dass die Grundlagen, Berechnungen und Prognosen für den Bebauungsplan aus dem Jahr 2000 stammten und wichtige Elemente nicht berücksichtigten – vor allem was die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz betrifft.

Auf dem Areal des ehemaligen Präsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage sollen in den nächsten Jahren zwei Hochhäuser, 500 bis 600 Wohnungen, ein Erweiterungsbau für die Falkschule und eine Kita errichtet werden. Bauherr ist die Gerchgroup, die das Areal vor vier Jahren vom Land Hessen erworben hat. Das 4,2 Hektar große Gelände umfasst außer der Flächen um das alte Polizeigebäude weitere um die Matthäuskirche.

Der Umweltschutzverband BUND hatte vor kurzem erst bemängelt, dass darin nicht der schonende Umgang mit Wasser berücksichtigt worden sei. Umwelt- und Planungsdezernat hatten eingeräumt, dass der Plan noch nicht fertig sei. Änderungen könnten noch berücksichtigt werden (die FR berichtete).

Darauf pocht jetzt der Ortsbeirat, dem die Pläne im April vorgestellt worden sind. Das Gremium hat eine ganze Reihe von „Verbesserungsvorschlägen“ aufgelistet, die die Stadt berücksichtigen soll, um das Bauvorhaben „zukunftssicher und klimagerecht“ zu machen, sagt Antragsteller Alexander Mitsch (Grüne).

So sollen bei der Umsetzung die Vorgaben aus der Gestaltungssatzung Freiraum und Klima vollständig eingehalten werden. Auch soll das Areal grüner werden, in dem es weitestgehend entsiegelt und bepflanzt wird – einschließlich geeigneter Wandflächen. Baumreihen wünscht sich der Ortsbeirat zudem auf beiden Seiten des angrenzenden Abschnitts der Mainzer Landstraße.

Die Grünen haben in ihrem Antrag auch die Forderungen des BUND aufgegriffen, demnach etwa Leitungssysteme für Brauchwasser gebaut werden sollen. Die Brunnen, die für den Bau des U-Bahn-Tunnels im Europaviertel errichtet werden, könnten weiter genutzt werden. Damit möglichst wenig geheizt werden muss, soll mindestens ein Passivhausstandard angestrebt werden. Noch besser wäre ein Aktivhaus, das mehr Energie gewinnt als es verbraucht, heißt es in der Vorlage.

Beim Bau der neuen Gebäude soll der Investor nach dem Willen des Ortsbeirats zudem möglichst nachhaltige Baustoffe mit einem geringem CO2-Fußabdruck einsetzen. Zudem könnten die beim Abbruch der bestehenden Gebäude anfallenden Baustoffe direkt vor Ort recycelt werden. Dächer und Fassaden sollen begrünt werden und gleichzeitig Solarenergie produzieren, regt Mitsch an. Damit die Menschen im Stadtteil künftig nicht mehr um das große Grundstück herumlaufen müssen, soll der Investor öffentliche Fußwege einplanen.

Eine Mehrheit im Ortsbeirat stimmte den Verbesserungsvorschlägen zu. CDU und FDP lehnte es ab, dass die Zahl der nötigen Stellplätze auf ein Minimum von 15 Prozent der Stellplatzsatzung beschränkt werden. Dafür haben sich die Grünen ebenfalls ausgesprochen, um Baukosten einzusparen, künftige Mieten gering zu halten und auf eine nachhaltige Mobilität einzuwirken. Argumente, die für den Chef der Liberalen, Stephan Korte, nicht zählen: „Es gehört dazu, auch Parkplätze anzubieten.“ Der Punkt wurde gegen die Stimmen der beiden Fraktionen verabschiedet.

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