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Neue Kirche zwischen Hochhäusern

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Von: Gernot Gottwals

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Die Altarwand soll nach Wünschen der Gemeinde in die neue Kirche intrigiert werden.
Die Altarwand soll nach Wünschen der Gemeinde in die neue Kirche intrigiert werden. © rüffer

Beim Neujahrsgottesdienst der Hoffnungsgemeinde geht es auch um das geplante Bauprojekt. Ab April/Mai ist nach Angaben des Evangelischen Regionalverbands ein Architektenwettbewerb für die neue Matthäuskirche denkbar.

Das neue Jahr ist jung. Die Weihnachtskrippe steht noch und ein Stern leuchtet hoffnungsvoll in die Zukunft, während die Hoffnungsgemeinde in ihrem Neujahrsgottesdienst mit der Band Habakuk auch den Auftakt zu ihrem 20. Geburtstag feiert – und sich über rund 100 Gläubige in der Matthäuskirche freut, die sich neu in die zukünftige Hochhausbebauung des Matthäus-Areals einfügen soll.

„Wie wird dieses Jahr? Wir stellen uns diese Frage und schauen dabei als Hoffnungsgemeinde seit 20 Jahren auch auf die Menschen in unserem Gemeindegebiet. Die Konfirmanden sind deshalb ins Bahnhofsviertel gegangen“, sagt Pfarrerin Annegret Schilling. Wie leben dort die Prostituierten, die Drogenabhängigen, die Gestrandeten haben sie geschaut.

Wo der Mensch steht, was er will und schaffen kann, damit setzen sich in den Sonntagsgottesdiensten vom 19. bis zum 26. März prominente predigende Gäste auseinander. Etwa der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, Sängerin Judy Bailey, die Historikerin Hedwig Richter, die Leiterin des Diakoniezentrums Weser5, Katharina Wilhelm, und Kunsthistoriker Jochen Sander.

Die Jahreslosung 2023 der christlichen Kirchen treffe gerade auch auf arme und notleidende Menschen zu, betonen Schilling und Pfarrer Andreas Klein: Menschen, die ohne festen Wohnsitz oder in sozial schwächeren Vierteln des Gemeindegebiets leben und für die man sich deshalb mit Institutionen wie der Kaffeestube Gutleut einsetzen wolle.

Denn die Hoffnungsgemeinde ist das Ergebnis zweier Fusionen: Zunächst sorgten stark zurückgehende Zahlen der Gemeindeglieder im Bahnhofsviertel und im Gutleut dafür, dass sich die Weißfrauen- und Gutleutgemeinde 1997 zur Gemeinde am Hauptbahnhof zusammenschlossen. Da auch die Gemeindeglieder in der Matthäusgemeinde immer weniger wurden, fusionierte diese 2004 mit der Gemeinde am Hauptbahnhof zur heutigen Hoffnungsgemeinde.

Das hatte zur Folge, dass die Matthäuskirche, die seit vielen Jahren zugunsten einer Hochhausbebauung verkauft werden sollte, zur neuen Gemeindekirche ernannt wurde.

Ab April/Mai ist nach Angaben des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach ein Architektenwettbewerb für die Matthäuskirche denkbar. „Wir beherbergen ja hier noch weitere ausländische Gastgemeinden, mit denen wir gut zusammenarbeiten, die sich dann aber auch entsprechend orientieren müssen“, gibt Lydia Schilchegger, Mitglied des Kirchenvorstands, beim Empfang im Flur der Unterkirche zu bedenken, während die russisch-orthodoxe Gemeinde der Märtyrer Kyprianos und Justina noch den benachbarten, vor ihr genutzten Kirchenraum aufräumt.

Doch so großzügig wird es räumlich wohl in der Zukunft nicht mehr zugehen. Nach den in den Beschlüssen des Kirchenvorstands berücksichtigten Gemeindewünschen sollen für die auf verkleinerter Fläche neu zu bauende Matthäuskirche nach Möglichkeit der jetzige Kirchturm und denkmalgeschützte Bauteile wie die Altarwand mit Christusrelief, die Kanzelreliefs und die zur Friedrich-Ebert-Anlage gelegenen Glasfenster erhalten und integriert werden.

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