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Architekturstudierende präsentieren ihre Modelle für die Weiterentwicklung des Gallusgarten II in der Frankenallee.
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Architekturstudierende präsentieren ihre Modelle für die Weiterentwicklung des Gallusgarten II in der Frankenallee.

Gallus

Neue Ideen für den Gallusgarten II

Architekturstudierende präsentieren ihre Entwürfe für die Zukunft der Frankenallee in Frankfurt. Ihre Modelle zeigen, wie man die Grünflächen an der S-Bahn-Station aufwerten kann.

Vor zwei Jahren wurde der Grünstreifen zwischen Galluswarte und FAZ-Gebäude das erste Mal von Initiator Ralf Harth bepflanzt. Nicht direkt in den Boden, der viel zu belastet ist, um eine Nahrungsquelle für Obst und Gemüse zu sein. Stattdessen wurden mehrere Hochbeete gebaut. Bänke oder Baumstämme zum Sitzen gibt es auch. Der Gallusgarten II soll ein Ort der Begegnung für die Nachbarschaft im Gallus sein. Das Projekt wird vom Mehrgenerationenhaus unterstützt, das auch den Gallusgarten I in der Idsteiner Straße initiiert hat.

Gemeinsam mit dem Frankfurter Künstler Achim Wollscheid fand nun ein Workshop statt, bei dem neue Ideen für die Grünfläche entwickelt wurden. Seit zirka zehn Jahren organisiert Wollscheid das Trax-Programm. Es soll Architekturstudierenden die Möglichkeit geben, die im Studium erlernten Fähigkeiten praktisch im urbanen Raum anzuwenden. Drei Tage hatten die elf Studierenden Zeit, um sich ein Konzept für den Garten zu überlegen. Die Ideen sollten rund um das Thema „Dach“ entwickelt werden. So zeigten die fünf Modelle, die die Studierenden am Mittwochnachmittag in der Frankenallee vorstellten, wie das 1300 Quadratmeter große Gartenareal etwa mit einem Sonnensegel oder einen Regenschutz aufgewertet werden könnte. Dabei mussten Vorschriften des Grünflächenamts beachtet werden. So darf nichts in den Boden eindringen und die Wurzeln der Bäumen beschädigen.

Sofya Kolpak ist eine von elf Teilnehmenden, die an der FH in Frankfurt studiert haben. Ihr Entwurf hat einen pragmatischen und nachhaltigen Ansatz. Die Sitzflächen sollen zugleich als Stauraum dienen, an den Außenwänden soll ein vertikaler Garten entstehen, in dem Kräuter gepflanzt werden können. Durch ein rasterförmiges Dach kann die Sonne ein Lichtspiel im Inneren erzeugen.

Der Gallusgarten II

Das nachhaltige Nachbarschaftsprojekt existiert seit zwei Jahren in der Frankenallee an der Galluswarte. Rund 35 Menschen aus der Nachbarschaft kümmern sich um die Fläche. Immer wieder bekommen sie Hilfe aus der unmittelbaren Umgebung. So haben Bauarbeiter von nebenan eine Ladung Muttererde angekarrt und Gäste der Trinkhalle an der Ecke haben immer ein wachsames Auge auf die Fläche, weil der Garten schon öfter von Vandalismus betroffen war.

Der Gemeinschaftsgarten sucht jederzeit nach Menschen, die tatkräftig mit anpacken wollen. Um Anfragen per Mail wird gebeten an: frankfurterengel@web.de

Die Architekturstudentin begeistert sich für Urban Gardening. Sie kann sich sehr gut vorstellen, weiter an dem Entwurf und an der Umsetzung im Gallusgarten mitzuarbeiten, sollten sich die Gärtnerinnen und Gärtner für ihr Modell entscheiden.

Bei der Vorstellung kommt ihr Modell jedenfalls gut an. Die längliche Form könne die Grünfläche räumlich unterbrechen, stellt Gärtnerin Eva Bloch positiv fest. Ralf Harth gefällt besonders das eingebaute Lichtspiel. Mit solchen Elementen würde eine schöne Wirkung nach außen erzielt, der Garten könne von der Galluswarte aus auffallen.

Ob eine oder mehrere der Ideen am Ende tatsächlich umgesetzt werden, hängt davon ab, wie gut sie bei den ehrenamtlichen Gärtnern und Gärtnerinnen ankommen und was das Grünflächenamt dazu sagt. Der Entwurf müsse zu den längerfristigen Veränderungen in der Frankenallee passen, sagt Eva Bloch.

Kommendes Jahr soll das Verlagsgebäude der FAZ abgerissen werden. An der Stelle sollen entweder Wohnungen, Büros oder eine Schule entstehen. Ganz klar sei das noch nicht. In jedem Fall sollen die neuen Nachbarinnen und Nachbarn sich eingeladen fühlen, im Garten mitzumachen oder sich einfach nur auf einer Bank zu entspannen.

„Der Garten ist ein experimenteller Raum, an dem ganz viel möglich ist. Allgemein bin ich sehr glücklich über die Ergebnisse“, resümiert Gärtner Ralf Harth.

Von Friederike Bruder

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