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Mehr Grün für Lidl auf der Mainzer Landstraße

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Von: Boris Schlepper

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So könnte der Neubau von Lidl an der Mainzer Landstraße 377 einmal aussehen. Der Discounter soll im Erdgeschoss unterkommen.
So könnte der Neubau von Lidl an der Mainzer Landstraße 377 einmal aussehen. Der Discounter soll im Erdgeschoss unterkommen. © Lidl

Der für das Gallus zuständige Ortsbeirat will, dass die Neubaupläne für die Lidl-Filiale an der Mainzer Landstraße überarbeitet werden. Das Gebäude, in dem auch rund 100 Wohnungen entstehen könnten, soll klima- und anwohnerfreundlicher werden.

Der geplante Neubau der Lidl-Filiale an der Mainzer Landstraße soll klima- und anwohnerfreundlicher werden, als derzeit geplant. Dafür hat sich der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) mit einem Antrag der Grünen in seiner Sitzung am Dienstagabend ausgesprochen.

Das Discount-Unternehmen plant auf dem Grundstück unweit der Friedrich-Ebert-Siedlung einen Mix aus Gewerbe und Wohnen. Im Erdgeschoss zur Mainzer hin soll die Filiale Platz finden, in den Etagen darüber sind Wohnungen vorgesehen. Ebenso in einem siebenstöckigen Bau an der Lahnstraße, den die ABG Frankfurt Holding umsetzen will. Insgesamt soll es rund 100 Wohnungen geben (die FR berichtete).

Der Ortsbeirat hat einen Katalog mit Verbesserungsvorschlägen verabschiedet. Demnach soll der Bau mindestens im Passivhausstandard errichtet werden. Auch soll Lidl Baumaterialien einsetzen, die einen geringen CO2-Fußabdruck haben – etwa Holzmodule. Die beim Abriss des jetzigen Marktes anfallenden Baustoffe sollen weitgehend auf dem Grundstück recycelt werden. Für Lastenräder und E-Bikes der Kundinnen und Kunden soll Platz berücksichtigt werden. Zwischen Mainzer und Lahnstraße soll es einen Fußweg geben.

Das Gremium will zudem, dass eine Fassadenbegrünung eingeplant und auf den bepflanzten Dächern Solaranlagen montiert werden, um den Strombedarf weitgehend zu decken. Um Kosten einzusparen und die Mieten niedrig zu halten, sollen darüber hinaus die nötigen Stellpätze auf ein Minimum reduziert werden – die Fraktionen von CDU, FDP und BFF lehnten das ab.

Keine Mehrheit fand dagegen der Wunsch, den geplanten Parkplatz im Innenhof mit einem begrünten Dach auszustatten. Lidl habe diese Forderung der Stadt bisher abgelehnt, sagte Antragsteller Alexander Mitsch. CDU und FDP befürchten, dass sich das Projekt durch die Forderung weiter hinziehen könne. Es gebe das Risiko, „dass wir am Ende gar nichts kriegen und alles so bleibt wie es ist“, sagte Stephan Korte (FDP), „und da hat keiner etwas davon.“ Ortsvorsteher Michael Weber (CDU) sagte, dass das Vorhaben möglichst zügig abgeschlossen werden soll, „und nicht weiter vor sich hin dümpelt“.

Das Gremium will, dass die Stadtverordnetenversammlung sich des Themas annimmt und die Verbesserungsvorschläge aufgreift. Die Bebauung dürfe nicht nur der Verwaltung überlassen werden, sagte Mitsch. Die Politik müsse „noch einmal draufschauen“ und sich dafür einsetzen, dass Lidl die Pläne überarbeitet. Das Unternehmen habe jedoch bereits vor kurzem angekündigt, Änderungswünsche prüfen zu wollen.

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