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Ruth Luxenhofer (rechts) erklärt einer Besucherin ihre Arbeiten im Schaufenster.
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Ruth Luxenhofer (rechts) erklärt einer Besucherin ihre Arbeiten im Schaufenster.

Gallus

Kunst im Schaufenster

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Bilder coronakonform in der Auslage ihrer Ladenateliers an der Hellerhofsiedlung. Zu sehen sind auch die Werke von Gästen.

Wenn sich die Bustüren des 52er an der Haltestelle Schneidhainer Straße stadtauswärts öffnen, ist der Blick frei auf den Stadtwald, obwohl der Forst ja eigentlich im Süden liegt. Zur „Schaufensterausstellung“ der „West-Ateliers“, die am Sonntag eröffnet wurde, hat ihn Künstlerin Julia Roppel auf Papier in die Hellerhofsiedlung transferiert.

Ihr Bild, Kohle und Aquarell, hat sie auf DIN A4-Format im Stadtwald angefertigt. Nun prangt es riesengroß auf einer Litfaßsäule an der Bushaltestelle vor dem Gallusgarten. „Weißt du, was ein Wald ist?“, hat Roppel, die im Atelier Frankfurt im Ostend arbeitet, ihr Projekt nach einem Bertolt Brecht-Zitat genannt.

Die Ausstellung

Bis Sonntag, 9. Mai , zeigen Künstler:innen in den „West-Ateliers“ ihre „Schaufenster-Ausstellung 3“ in der Hellerhofsiedlung, Idsteiner Straße 92 bis 121 sowie Frankenallee, zwischen Kelkheimer- und Lorsbacher Straße.

Neben fünf Ateliers wird dieses Mal auch eine Litfaßsäule an der Ecke Idsteiner-/Schneidhainer Straße bespielt. Kommendes Wochenende (1. und 2. Mai) soll es auch Live-Musik geben, wenn es die Corona-Maßnahmen zulassen. cd

Das Original von Roppels Gemälde hängt im Schaufenster von Maike Häuslings Atelier an der nächsten Straßenecke. Denn zur dritten Ausgabe der Ausstellung hat jedes der beteiligten Ateliers eine/n Gastkünstler:in. Roppel sagt: „Ich freue mich, dass ich hier ausstellen darf, weil man ja keine Atelierrundgänge machen kann.“ Ihr Werk bewege sich zwischen „Ästhetik und Kommerzialisierung“. Die Litfaßsäule stehe dabei für Werbung und Konsum. Vor acht Jahren haben die ersten Künstler:innen neun ehemalige Läden entlang der Idsteiner Straße und der Frankenallee von der Wohnungsbaugesellschaft ABG gemietet. Häusling, die eine Rauminstallation aus Tusche auf Papier präsentiert und an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert hat, ist vor gut einem Jahr eingezogen.

„Ich kenne hier mehr Nachbarn als in Bockenheim“, sagt die 46-jährige gelernte Holzbildhauerin und fügt hinzu, dass sie dort im vierten Stock wohne. Weil ihr Atelier, früher Wäscherei und Getränkemarkt, „ebenerdig“ sei und „große Fenster“ habe, entstünden schnell Kontakte mit der Nachbarschaft.

So hat Besnik Balliu, der im Europaviertel wohnt, Simon Ndrejaj kennen gelernt, der sein Atelier an der Ecke Frankenallee/Hornauer Straße hat. Er ist Ndrejajs Gastkünstler und habe ihn im Vorbeigehen angesprochen, berichtet der 35-Jährige, der an der Günderrodeschule Kunst unterrichtet, und Werke der Grundschüler:innen neben eigenen Ölgemälden in Ndrejajs Atelier ausstellt. Auch der Gastgeber unterrichtet Kinder, in seiner Werkstatt, und zeigt Ölmalerei sowie Bleistift-Skizzen, häufig Portraits, die er „aus dem Gedächtnis“ auf Papier bringe, wie der 58-Jährige berichtet, der in Albanien Kunst studiert hat.

Ein Quartett ist am Sonntagmittag aus Fechenheim und Seckbach angereist. „Spannend“ sei ihr Ausflug, weil sie weder die Ateliers noch die Hellerhofsiedlung mit ihren Flachdachbauten des niederländischen Architekten Mart Stam aus den 1930ern, vorher gekannt hätten. „Ich lechze ein bisschen nach Input“, sagt Götz Caesar. Sibylle Weiß hebt hervor, dass sie, anders als in Galerien, mit den Kunstschaffenden ins Gespräch kommen und mehr über die Entstehung ihrer Werke erfahren könne.

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