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Klagen über zu hohe Vorauszahlungen

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Von: Gernot Gottwals

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Die Mieter sind sauer über ihre zu hohen Rechnungen.
Die Mieter sind sauer über ihre zu hohen Rechnungen. © rüffer

Vonovia erhöhte Abschläge für Strom und Heizung um rund 100 Prozent. Mieterinnen und Mieter beschweren sich.

Angesichts der Energiekrise fürchten viele Mieterinnern und Mieter des Wohnungskonzerns Vonovia überzogene Heiz- und Stromkosten und den daraus folgenden Abschlagszahlungen. „Meine letzte Nachzahlung für Heizung betrug 205 Euro, was 9,75 Cent pro Kilowattstunde statt der laut Statistik bundesweit üblichen 6,8 Cent bedeutet“, sagt Michael Martis.

Der Mieter klagt: „Viele Mieter in der Wallauer Straße haben in ihren Heiz- und Betriebskostenabrechnungen hohe Nachzahlungen, oft mehr als 1000 Euro, während die Vonovia gleichzeitig 15 Prozent Mietererhöhungen verlangt“. So entstünden Mehrkosten, die angesichts der Inflation nicht mehr bezahlbar seien. „Wenn die Mieter einen Widerspruch einlegen und Belege von der Vonovia einfordern, sind diese meist nicht nachvollziehbar und damit nicht prüfbar.“

Immer mehr Mieter in der Wallauer Straße wollen die Nachzahlungen verweigern und Einspruch erheben. Zumal weitere Belastung hinzukommen: „Bei den Heizkosten verlangt die Vonovia einen 100 Prozent höheren Abschlag. Das ist rechtswidrig!“, betont Martis. Denn die Vonovia könne die Entwicklung der Gaspreise nicht belegen.

Hinzu kommen Beschwerden über mangelnde Reparaturen, Treppenhausreinigung und zu hohe Kosten für den Müll. Die Vonovia sei nicht bereit, eingehauste Tonnen mit Schlössern zu sichern und belaste so Mieter:innen mit Entsorgungskosten für fremden Müll. „Zwar laden größere Wohnanlagen wie die Wallauer Straße zu Mülltourismus ein, doch wir haben den Aufwand für die Entsorgung korrekt umgelegt“, stellt Vonovia-Sprecher Olaf Frei klar. „Die Rechnungen sind auch mit entsprechendem Bildmaterial dokumentiert.“ Zu den erhöhten Abschlagszahlungen erklärt er: „Vonovia passt die Heizkostenvorauszahlung an, um eine zu große Welle von Nachzahlungen zu vermeiden.“ Je nach den vorherigen Vorauszahlungen könne die Anpassung unterschiedlich ausfallen. „Die Erhöhung wird üblicherweise im Bereich von hundert Prozent liegen.“

Nicht nachvollziehbar seien die Klagen über Mieterhöhungen von 15 Prozent. „Wir haben im angesprochenen Quartier die Mieten in diesem Jahr im Schnitt um ein Prozent angehoben. Damit halten wir uns an die mit der Stadt Frankfurt geschlossene Vereinbarung“, betont Frei.

„Wenn es um Prozentaufschläge bei Vorauszahlungen nach dem einfachen Grundsatz geht, dass eh alles teurer wird, zeigen wir dem Vermieter Grenzen auf“, erklärt Kai Schönbach, Leiter der Stabsstelle Mieterschutz. Doch angesichts der Energiekrise seien auch bei anderen Wohnungsgesellschaften Erhöhungen um die 100 Prozent üblich und keineswegs rechtswidrig, da auf Vermieterseite hohe Beschaffungskosten anzunehmen seien und man Mieter:innen vor entsprechenden Nachzahlungen schützen wolle.

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