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Diskussionen gab es um einen neuen Namen für den Bahnhofsvorplatz.
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Diskussionen gab es um einen neuen Namen für den Bahnhofsvorplatz.

Frankfurt

Keine Mehrheit für Oskar Schindler

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Der Vorplatz am Frankfurter Hauptbahnhof wird vorerst nicht nach dem Unternehmer benannt, der mehr als 1000 Juden vor dem Tod in den Vernichtungslagern der Nazis gerettet hat. Die Mehrheit im Ortsbeirat 1 hat noch Klärungsdebarf.

Der Vorplatz des Hauptbahnhofs wird vorerst nicht nach Oskar Schindler benannt. Der Ortsbeirat 1 hat nach einer emotionalen Debatte in seiner Sitzung am Mittwoch den entsprechenden Antrag der SPD nicht auf den Weg gebracht. Eine Mehrheit der Stadtteilpolitiker will zuvor noch Fragen klären und das Thema in der kommenden Wahlperiode erneut aufgreifen. Zeitzeugin Ursula Trautwein berichtete über das Lebenswerk Schindlers.

Derzeit erinnern nur ein kleines Schild an seinem letzten Wohnsitz am Bahnhof und eine Straße in Nieder-Eschbach an Schindler, der mehr als 1000 Juden vor Vernichtungslagern der Nazis gerettet hat. „Das wird seinem Wirken nicht gerecht“, sagte der scheidende Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Er hatte beantragt, den mittleren Teil des Platzes umzubenennen. Da das Areal der Bahn gehört, soll der Magistrat mit dieser Gespräche aufnehmen. Die Straße im Frankfurter Norden sei kein Hinderungsgrund.

Das sieht eine Mehrheit von CDU, Grüne, FDP und Linke im Ortsbeirat anders. Sie hatte beantragt, die Vorlage in der nächsten Sitzung zu beraten. Da diese erst in der kommenden Wahlperiode stattfindet, ist das nicht möglich. Grüne und CDU hatten deshalb versprochen, das Thema wieder aufzugreifen. Michael Weber (CDU) kritisierte, dass nicht vorab geklärt wurde, wie die Bahn zu dem Vorhaben stehe und was mit der Straße in Nieder-Eschbach, in der 27 Häuser stünden, geschehe. Auch werde der Vorplatz bald umgestaltet, sinnvoller sei es, bis zur Fertigstellung zu warten. „Das ist keine dringende Sache.“

Dass die anderen Fraktionen nicht einbezogen worden seien, monierte Anna Warnke (Grüne). „Das wird der Sache nicht gerecht.“ Auch gebe es den Wunsch, Straßen vor allem nach Frauen zu benennen. Bei aller Bedeutung Schindlers sei nicht offensichtlich, warum der Platz nach ihm heißen soll, sagte Stephan Korte (FDP). Die Heldentaten hätten keinen Bezug zu Frankfurt. Die Fraktionen machten deutlich, nicht die Verdienste Schindlers schmälern zu wollen. Grünen-Chef Andreas Laeuen entschuldigte sich bei Zeitzeugin Ursula Trautwein für die „unwürdige Debatte“, doch gebe es noch Klärungsbedarf. Etwa, wie an die Deportation von Kindern am Hauptbahnhof erinnert werden soll.

Für den SPD-Stadtverordneten Gregor Amann ist es die „peinlichste Entscheidung“, die der Ortsbeirat je getroffen hat. Dass er den Vorplatz nicht umbenannt hat, sei ein Signal, das weit über die Stadt hinausgehe.

Die ehemalige Stadtverordnete Trautwein, die Oskar Schindler persönlich gekannt hatte, begrüßte den Vorstoß der SPD. Dadurch werde der Name in der Innenstadt präsent. Der Ort sei passend. Schindler, der bis zu seinem Tod 1974 unweit des Bahnhofs wohnte, habe dort viele Freunde und Bekannte gehabt.

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