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Heute ist das Frankfurt LAB auf dem Grundstück Schmidtstraße 12 untergebracht. Hier proben Studierende ein Stück.

Gallus

Stadt Frankfurt will Spekulation bei Bühnen verhindern

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Die Stadt Frankfurt akzeptiert den geforderten Kaufpreis für die Fläche eines neuen Logistikzentrums für die Städtischen Bühnen nicht.

Die Stadt will in jedem Fall verhindern, dass es im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums für die Städtischen Bühnen zu Grundstücks-Spekulation kommt. Das hat der Leiter der Stabsstelle Städtische Bühnen, Michael Guntersdorf, im Gespräch mit der FR versichert.

Konkret geht es um das Grundstück Schmidtstraße 12 im Gallus. Die 21.000 Quadratmeter große Fläche ist der Stadt vom Eigentümer, dem Werbeunternehmer Jürg Leipziger, zum Kauf angeboten worden. Dort könnten Probebühnen und Werkstätten von Oper und Schauspiel künftig unterkommen, Leipziger hatte das Grundstück gegenüber der FR als „ideal“ und „sehr gut geeignet“ bezeichnet. Heute sind dort schon die Kulturinstitutionen des Frankfurt LAB untergebracht.

Die Stadt lehnt allerdings die mit einem neuen Logistikzentrum verbundenen finanziellen Vorstellungen ab. Nach Informationen der FR soll der verlangte Kaufpreis für das Grundstück 69,85 Millionen Euro betragen. Guntersdorf nannte diese Summe „unrealistisch“. Sie beziehe sich aber ohnehin auf die gesamten 21.000 Quadratmeter. Die benötige die Stadt jedoch gar nicht, sie brauche bestenfalls 5000 Quadratmeter.

Wie der Leiter der Stabsstelle sagte, ist die Fläche an der Schmidtstraße nur „eine von mehreren Optionen“ für das künftige Logistikzentrum der Bühnen. Die Stadt strebe an, die heute auf sechs Standorte verteilten Probe- und Lagerflächen auf zwei Areale zu konzentrieren. Dabei hat die Kommune nicht unbegrenzt Zeit. Der Mietvertrag für die Probebühne der Oper in Rödelheim läuft Ende 2021 aus. Der Kontrakt für die Probefläche des Schauspiels an der Schielestraße endet 2024. Die Stabsstelle will deshalb noch 2019 die beiden Standorte für das künftige Logistikzentrum festlegen.

Die Fachleute untersuchen derzeit auch intensiv, wo Interimsspielstätten für Oper und Schauspiel während der Bauzeit an der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz liegen könnten. So wird nach Guntersdorfs Worten geprüft, ob das Bockenheimer Depot so erweitert werden kann, dass es als Hauptstandort für das Schauspiel dienen könnte. Gegenwärtig zeigen Oper und Schauspiel nur wenige Produktionen im Bockenheimer Depot. Die Zuschauerkapazität liegt nur bei 400 Plätzen auf einer mobilen Tribüne.

Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz weitgehend abgerissen werden wird. Nach derzeitigem Stand sollen die Bühnen von Oper und Schauspiel, die Zuschauerräume und Teile der technischen Anlagen wie etwa die moderne Obermaschinerie der Oper erhalten bleiben. Um diesen Kern herum entstünde ein neues Theatergebäude. Guntersdorf nannte dieses Modell „einen durchaus vernünftigen Vorschlag“. Der erfahrene Architekt betonte, dass es in jedem Fall am Willy-Brandt-Platz „ein neues Foyer und eine neue Zugangssituation“ brauche.

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