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Frankfurt: Anwohnende im Gallus haben Sorge wegen Bauprojekt „Hellerhöfe“

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Von: Gernot Gottwals

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Das Areal an der Frankenallee, auf dem mehrere Verlagshäuser untergebracht sind, soll neu bebaut werden.
Das Areal an der Frankenallee, auf dem mehrere Verlagshäuser untergebracht sind, soll neu bebaut werden. © ROLF OESER

Anwohner:innen befürchten Verschattung und Verlust von Bäumen wegen des Projekts „Hellerhöfe“. Die Stadt Frankfurt stellt die Pläne im Ortsbeirat 1 vor.

Frankfurt – Beim Bauprojekt „Hellerhöfe“ auf dem Gelände der „FAZ“ und der Frankfurter Societät befürchten Anwohner:innen viel Lärm, Dreck und Grundwasserprobleme für die Vegetation in der Frankenallee. Auch die Höhe und Verschattung durch das geplante Hochhaus geben Bewohner:innen und Hausbesitzer:innen Anlass zu Sorge.

Das Planungsdezernat und der Projektentwickler Bauwens stellten den Stand der Planungen im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) vor. „Wir wollen mit Wohn- , Büro- und Gewerbefläche und einem Nachbarschaftsplatz für eine Verbesserung im Straßenraum sorgen und bei der Umsetzung durch die Architekturbüros Schmitt Plöcker, 03Architekten und KBNK Architekten in einem Gestaltungsbeirat auch den Ortsbeirat miteinbeziehen“, erklärte Büroleiterin Beate Hof.

Frankfurt: Im Gallus sind die Anwohnenden besorgt

Der Zeitplan sieht vor, dass nach dem Baugenehmigungsverfahren im Sommer und dem Umzug der „FAZ“ im ersten Quartal 2023 der Abriss der Bestandsgebäude und die Grundwassersanierung beginnen. Die Bauzeit wird von 2024 bis 2028 angesetzt.

„Wir hoffen während dieser Durststrecke auf viel Rücksichtnahme, auch auf unseren Gallus Garten II und den Erhalt der Stadtbäume in der Frankenallee“, appellierte Anwohner Ralf Harth. Eine weitere Anwohnerin äußerte Befürchtungen, das Grundwasser müsse für eine Baugrube aus der Frankenallee abgesaugt und die Bäume künftig von außen bewässert werden.

Gallus in Frankfurt: Wasseranschluss für den Gallus Garten II wird geprüft

Bauwens-Geschäftsführer Volker Geenen und Uwe Wahl vom Stadtplanungsamt erklärten, es komme nicht zu einer Grundwasserabsenkung, die die Allee beeinträchtige. Ein alter Brunnen müsse rückgebaut werden, durch grundwasserdichte Bebauung verbessere sich aber die Wassersituation. Ein Anschluss für den Gallus Garten II werde geprüft, über Entschädigungen zu Baulärm und Dreck im Einzelfall entschieden.

Die Eigentümerin Isabella Pullen-Kobeck kündigte Einspruch gegen das Hochhaus wegen Verschattung und Fallwinden an, das Bauvorhaben sei wohn- und verkehrstechnisch unverträglich. „Ein 60 Meter hoher Turm hat keine Fernwirkung, fügt sich aber als klotziger Stumpf auch in die jetzige Bebauung nicht richtig ein“, kritisierte Stephan Korte (FDP). „Die Höhe orientiert sich an einem Hochhaus des Deutschen Fachverlags, Studien zur Verschattung werden fortgeführt“, erklärte Geenen.

Video: Das können Mieter bei zu viel Lärm unternehmen

Siegerentwurf für den Gallus: In Frankfurt sollen die Höfe für bessere Belichtung geöffnet werden

Maßgeblich bleibt nach Juryempfehlung der Siegerentwurf von Schmitt Plöcker mit mäandrierenden Baukörpern, die die entstehenden Höfe für bessere Belichtung öffnen. Die Büros 03 Architekten und KBNK Architekten werden bei der Gestaltung in der Frankenallee, Hellerhof- und Günderrodestraße unterstützend mitwirken.

„Insgesamt haben wir 82.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung, von denen 57.500 Quadratmeter für rund 600 geförderte Wohnungen und 18.500 Quadratmeter für Büros sowie Handel, Gastronomie, zwei Kitas und eine vierzügige Grundschule vorgesehen sind“, erläuterte Volker Geenen. Die Zahl der Stellplätze gab er auf Anfrage von Sara Steinhardt (CDU) mit bis zu 500 an. Gebaut wird in Holz-Hybrid-Bauweise mit Photovoltaik und begrünten Dächern. (Gernot Gottwals)

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir das Bauprojekt mit einem falschen Bild zum Nachteil von Instone Real Estate illustriert. Wir bitten dafür um Entschuldigung.

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