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Auf diesem Foto fordert ein Mammut das Recht auf gewaltfreie Erziehung.
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Auf diesem Foto fordert ein Mammut das Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Gallus

Gallus: Fotoausstellung zu Kinderrechten

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Kinder der Europaschule haben ihre Spielfiguren mit Bildungs-Forderungen abgelichtet und daraus eine Ausstellung gemacht. Auch ihre Haltung zur Containerschule wird darin deutlich.

Die Fotos, die seit Mittwoch am Zaun vor den hellgrauen, zweistöckigen Containern der Grundschule Europaviertel hängen, tragen allesamt politische Botschaften. „Schule für alle“, „Ruhe beim Lernen!!!“, „Keine Containerschulen“ und „Bessere Spielzeuge“ ist auf einigen der rund zwei Dutzend Aufnahmen zu lesen, die Mädchen und Jungen aus der Klasse 4b fotografiert haben.

In Kooperation mit dem Gallus-Zentrum ist die Fotoausstellung zum Thema „Recht auf Bildung“ entstanden, die durch das Frankfurter Kinderbüro als Teil des Projektes „Stadt für Kinder“ gefördert wurde. „Wir haben keinerlei Vorgaben gemacht“, berichtet Joscha Morgenthal vom Zentrum, der den Viertklässler:innen mit „kindgerechten Motiven“ eine erste Einführung im Fotografieren gegeben hat.

Neben Forderungen für Kinder haben die Grundschüler:innen ihre Lieblings-Spielfiguren abgelichtet. So fordert eine Barbie-Puppe: „Kinder haben die gleichen Rechte.“ Und eine Stormtrooper-Figur aus Star Wars hält ein Schild mit der Aufschrift: „Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Drogen“. Auf dem Foto von Konstantin ist ein Mammut aus Plüsch zu sehen. Daneben steht: „Jeder hat ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.“ Der Zehnjährige sagt: „In der Corona-Pandemie wurde es stressiger für Eltern und deshalb habe ich es ausgewählt“.

Klassenkameradin Aiahjola hat auf ihrem Foto eine „Surprise-Puppe“ arrangiert: „Weil die wie ein Kind aussieht“. Die Puppe hält einen Zahnstocher wie einen Stock in der Hand, an dessen Ende auf einem Stück Papier steht: „Kinder haben Rechte auf Schule“. Sie habe eine Serie gesehen, „über Kinder in armen Ländern, die nicht zur Schule gehen können“, berichtet die Zehnjährige. „Die Vorstellung ist nicht schön“, ergänzt Aiahjola. Auch wenn sie zunächst gedacht habe, es sei angenehm auszuschlafen, sei ihr klar geworden: „Dann ist man erwachsen und hat nix gelernt“. Klassenlehrerin Barbara Dilk berichtet: „Wir haben uns im Sachunterricht sehr lange mit Kinderrechten auseinander gesetzt“. Sie bezeichnet das Projekt als „Anstoß fürs Demokratie lernen“.

Dass die Viertklässler:innen ihre gesamte bisherige Schulzeit in Containern verbracht haben, sehen sie teils pragmatisch, teils kritisch. „Die war noch nie anders“, sagt Konstantin über seine Grundschule, die vor vier Jahren eröffnet worden ist. „Von innen merkt man’s nicht“, fügt er hinzu. So sieht es auch Aiahjola, die mit ihrer Freundin Aaliyah nach den Sommerferien auf ihrer weiterführenden Schule am Römerhof-Gymnasium wieder in Containern unterrichtet werde. Aaliyah berichtet, schon bei ihrer Einschulung sei gesagt worden, dass die Schule bald umziehen werde. Nun hofft sie, dass wenigstens ihr sechsjähriger Bruder ein neues Gebäude und vor allem einen größeren Schulhof erleben wird.

Eigentlich sollte die Grundschule bereits seit diesem Jahr an der Ecke Pariser Straße/Maastrichter Straße untergebracht sein. Durch eine „stadtinterne Verzögerung“ solle sich das nun auf das Schuljahr 2024/25 verschieben, berichtet Barbara Dilk. „Wir warten auf den Spatenstich im Herbst“, sagt die Lehrerin. Begeistert ist Schülerin Aaliyah indes von dem Foto-Projekt: „Es war eine Riesen-Freude für mich und toll, so kreativ zu sein“. Die Fotos von ihr und ihren Mitschüler:innen sollen den ganzen Sommer über am Zaun vor der Stephensonstraße 2 zu sehen sein.

Auch ein Minion ist Teil der Ausstellung.
Dieses Mädchen hat ihren Teddybären abgelichtet.

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