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Gallus: Den Geist des Zeitungsviertels erhalten

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Von: Boris Schlepper

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Das Areal an der Frankenallee, auf dem mehrere Verlagshäuser untergebracht sind, soll neu bebaut werden.
Das Areal an der Frankenallee, auf dem mehrere Verlagshäuser untergebracht sind, soll neu bebaut werden. © ROLF OESER

Wenn das Areal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung neu bebaut wird, möchte der Ortsbeirat 1 die prägenden Ziegel der Fassade sowie die Vegetation entlang der Frankenallee retten. Auf diese Weise soll der Geist des einstigen Zeitungsviertels im Gallus bewahrt werden.

Der Ortsbeirat 1 will den Geist des Zeitungsviertels im Gallus bewahren. Eine Mehrheit des Gremiums hat sich deshalb dafür ausgesprochen, dass bei der Neubebauung des Areals der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an der Frankenallee Material wie die Ziegel der Fassade wiederverwertet werden. Dadurch soll ein Bezug zum bislang quartiersprägenden Äußeren hergestellt werden.

Gleichzeitig fordert der Ortsbeirat in dem Antrag der Grünen, dass vorhandene Bäume, Sträucher und Pflanzen so weit wie möglich erhalten bleiben und in die Neuplanung einbezogen werden. Die langgestreckte Ziegelfassade prägte jahrzehntelang das Straßenbild der Frankenallee und des gesamten Viertels, heißt es in der Vorlage. Die Ziegel könnten beim Abbruch gerettet und beim Neubau erneut verarbeitet werden. Denkbar seien sie auch als Pflaster oder Einfassung von Wegen.

Durch das Recycling könnten CO2-Emissionen vermieden und Rohstoffe eingespart werden. Die vorhandene Bepflanzung leiste bereits einen großen Beitrag zum Klimaschutz und biete Vögeln und Insekten einen Unterschlupf. Neupflanzungen benötigten dagegen viele Jahre, bis sie bestehende Vegetationen ersetzen könnten, argumentiert Antragsteller Andreas Laeuen (Grüne). Die Arbeiten an dem Areal werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2023 beginnen. Dann sollen die in die Jahre gekommenen Gebäude an der Hellerhofstraße Platz für das Quartier „Hellerhöfe“ und eine neue Grundschule machen (die FR berichtete). Die „FAZ“ will Anfang kommenden Jahres in ein Hochhaus im Europaviertel ziehen, das sich derzeit noch im Bau befindet. Auch die Redaktionen der Frankfurter Rundschau und „Frankfurter Neuen Presse“, die an der Frankenallee ihren Sitz haben, werden umziehen.

Kritik am Vorhaben äußerte in der jüngsten Ortsbeiratssitzung eine Anliegerin. Der Neubau auf dem Zeitungsareal beeinträchtige die umliegenden Gebäude sehr, etwa durch den geplanten 50 Meter hohen Turm, der für eine starke Verschattung sorgen werde. Sie regte an, dass die bestehenden Gebäude umgewandelt werden. Sie abzureißen, sei „nicht sehr nachhaltig“. Dass auf dem Areal 650 Wohnungen entstehen sollen, werde für eine „enorme Verdichtung“ und eine „massive Veränderung“ des Zeitungsviertels sorgen. Gehe man davon aus, dass jeder neue Haushalt ein Auto habe, sei mit einer starken Verkehrsbelastung zu rechnen.

Sie forderte den Ortsbeirat auf, eine separate Sitzung mit der Baufirma und dem Planungsamt zu organisieren. Ende November war das Projekt bereits im Gremium vorgestellt worden.

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