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Gallus: Anwohner und Gastronomen gemeinsam gegen Falschparker

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Bei einem runden Tisch wurden Lösungsvorschläge zu Park- und Müllproblemen in der Schwalbacher Straße erarbeitet.

Gastronomen und Anwohner der Schwalbacher Straße wollen künftig gemeinsam gegen Falschparker vorgehen. Der Ortsbeirat 1 hatte zu einem runden Tisch am Mittwoch im Quartierspavillon Quäkerwiese an der Frankenallee eingeladen, um eine Lösung zu finden. „Die Bewohner sind unglücklich über die Parksituation“, sagt Quartiersmanagerin Maria Schmedt. Autos stünden in zweiter Reihe und in den Einfahrten. Wenn die Anlieger die Falschparker ansprechen, werden nicht selten geschimpft oder gar Gewalt angedroht. „Wir wollen nicht, dass die Situation eskaliert.“

Viele Bewohner seien verbittert, weil sie kein Gehör finden und nichts unternommen werde, sagt auch Winfried Becker, Vorsitzende des Präventionsrat Gallus. Andererseits sei es ja schön, dass es so viele Geschäfte und Lokale gebe, die sorgten für Belebung. Gemeint ist der Straßenabschnitt zwischen Mainzer Landstraße und Frankenallee. Vor allem deren Gäste parken oft verboten, wird vermutet.

Neben dem Parken sei auch Müll ein Problem, sagt Becker. Denn immer wieder wird an bestimmten Stellen Sperrmüll und Abfall abgeladen. Das animiere, dass die Menschen noch mehr zurückließen, sagt Becker. Er schlägt vor, regelmäßige Saubermach-Aktionen zu initiieren, ähnlich dem Cleaning Day der FES, der am 21. September im Gallus stattfindet. Einige Anwohner hatten sich schon gemeldet, freiwillig hin und wieder zu säubern

Die Lokalbesitzer nervt das wilde Parken und der Müll ebenso. Die Menschen wollen nicht laufen und direkt vor der Tür halten, weiter hinten gebe es Parkplätze, sagt Vahida Rink von der Pizzeria Engel. Der Inhaber des Wettbüros Tipico kennt die Parkprobleme auch von Filialen aus anderen Stadtteilen wie Sachsenhausen und Rödelheim. Das einzige, was dort geholfen habe, war eine Kontrolle der Polizei, die drei Wochen gnadenlos abgeschleppt habe. Der Ortsbeirat und die anderen Gastronomen fänden die Vorgehensweise auch im Gallus gut. Vor allem abends müsste das passieren, zwischen 17 und 22 Uhr.

Sache der Landespolizei

Man lehne solch eine Aktion nicht ab, sagt Denise Voigt von der Verkehrspolizei. Das sei aber Sache der Landespolizei. Sie selbst hätten auch in der Schwalbacher Straße schon kontrolliert und eine Vielzahl an Verwarnungen ausgestellt. Doch die meisten entfernten ihre Fahrzeuge, wenn sie die Polizei sehen. Und stellten sich später wieder regelwidrig hin. Eine Woche lang zu kontrollieren sei schwierig, man habe zu wenig Kapazitäten.

In Einfahrten dürfe die Polizei zudem nicht abschleppen, das müssen die Eigentümer selbst veranlassen. Allerdings bleibe hierbei ein Risiko, denn wenn der Abschleppdienst komme und das Auto bis dahin weggefahren sei, müssen die Anwohner selbst einen Teil des Betrages zahlen.

Gut wäre, wenn die Bewohner in den Café-Besitzern Verbündete fänden, sagt Schmedt, so dass sie ein subjektives Gefühl von Sicherheit bekämen. Denn vor allem ältere Damen hätten Angst, in die Läden zu gehen. Der Tipico-IGeschäftsführer Stefan Meurer regt an, dass die Mitarbeiter gezielt die Falschparker ansprechen, vielleicht habe das einen Lerneffekt. Gerne könnten zudem die Anwohner hereinkommen und die Leute an der Theke um Hilfe bitten. Die anderen Gastronomen sagen ebenfalls zu, als Anprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Robert Fleckenstein vom Quartiersmanagement schlägt vor, Plakate aufzuhängen, die die Falschparker adressieren. Auch diese Idee unterstützen Ortsbeirat und Gastronomen. Das sei eine gute Botschaft, sagt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) und zeigt sich zufrieden über das Gespräch. Er will sich nun an die Verkehrspolizei hinsichtlich der Schilder wenden und nachfragen, ob man diese aufhängen und einheitlich gestalten könne. Wegen des Mülls und möglicher Aktionen will er das Ordnungsamt kontaktieren. Und nachfragen, ob sich die Reinigungsintervalle erhöhen lassen.

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