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Kann endlich bebaut werden: das abgesperrte Avaya-Gelände.

Gallus

Weg frei für Wohnungen im Gallus

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Nach sechs Jahren der Blockade konnte endlich eine Vereinbarung über 1200 Einheiten auf dem Avaya-Areal im Frankfurter Gallus unterschrieben werden.

Auf das Avaya-Gelände hatte schon der frühere Frankfurter Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) im Jahre 2013 große Hoffnungen gesetzt. Auf dem ehemaligen Industrieareal im Gallus zwischen Kleyerstraße und Ackermannstraße sollten sehr schnell 1200 Wohnungen entstehen.

Doch sechs Jahre später liegt die Fläche noch immer brach. Der Betreiber eines benachbarten Rechenzentrums hatte gegen den städtischen Bebauungsplan für das Wohnquartier eine Normenkontrollklage eingereicht.

Erst jetzt ist es zu einer Einigung zwischen dem Grundstücksbesitzer und dem Kläger gekommen – sie macht endlich den Weg frei für die 1200 Wohnungen.

Eigentümer des großen Grundstücks ist die Instone Real Estate Group, einer der großen Projektentwickler für Wohnimmobilien. Nach Informationen der FR hat der Betreiber des benachbarten Rechenzentrums im Gallus nun seine Klage gegen den städtischen Bebauungsplan zurückgezogen. Mit der Moderation der Stadt Frankfurt unterschrieben beide Seiten eine Vereinbarung über das künftige Wohnquartier.

Dss Verfahren
Verfahren für städtische Bebauungspläne sind nach dem Baugesetzbuch vorgeschrieben.

So muss das Stadtparlament einen Aufstellungsbeschluss fassen. Es folgt eine Bürgeranhörung, dann die öffentliche Auslegung. Bürger können Einwände erheben. Am Ende steht ein Satzungsbeschluss. jg

Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), bestätigte auf Anfrage der FR die grundsätzliche Einigung beider Vertragspartner. Gegenwärtig stimmten die Stadt und die beiden Unternehmen noch eine Presseerklärung ab.

In dem Kontrakt wird festgehalten, dass sensible Teile des Rechenzentrums wie etwa die Kühlaggregate künftig eingehaust werden. So soll verhindert werden, dass es in Zukunft zu Beeinträchtigungen des Gewerbebetriebs durch das Wohnquartier kommt.

Cunitz hatte im Jahr 2013 fünfzehn Bebauungspläne für Wohnungen auf den Weg gebracht. Bis zu 15 000 Menschen sollten versorgt werden. Sechs Jahre später stehen nur auf zwei dieser Flächen bereits tatsächlich Wohnhäuser. Wie Gellert sagte, handele es sich um eine kleine Wohnfläche südlich von Harheim, eine Arrondierung des bestehenden Stadtteils. Hier seien 85 Wohnungen entstanden. Auf dem Grundstück Ferdinand-Happ-Straße 2 im Ostend sind außerdem etwa 90 neue Wohnungen errichtet worden.

In einigen anderen Fällen rückten die konkreten Bauarbeiten zumindest näher. So solle an der Hanauer Landstraße in der Nähe des Osthafenplatzes im Jahre 2020 mit dem Bau von Wohnungen begonnen werden. Weit vorangeschritten seien die Bebauungspläne auch für die Bereiche nordöstlich der Anne-Frank-Siedlung und westlich der Nordweststadt. Im Verfahren sind noch städtische Bebauungspläne für das Fischerfeldviertel, für das Hilgenfeld, für das Quartier rund um die Breite Gasse im Osten der Innenstadt und für die Dieburger Straße.

Andere Bauvorhaben aus dem Jahr 2013 hat die Stadt mittlerweile aufgegeben.

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